5D-Datenspeicher aus Quarz mit 360 Terabyte soll 13,8 Milliarden Jahre halten

Forschern der Universität Southampton ist es erstmals gelungen, einen 5D-Speicher aus Quarz mit 360 Terabyte zu beschreiben. Das Speichermedium besitzt den Vorteil von enormer Langlebigkeit und ist zusätzlich äußerst resistent gegenüber hohen Temperaturen.

Weltweit gibt es immer mehr Datencenter und Archive, auf denen enorme Datenmengen gespeichert sind. Bereits heute nehmen die Gebäude enorme Ausmaße an, um genügend Platz für die Daten zu bieten. Herkömmliche Festplatten beanspruchen durch ihre Größe nicht nur viel Platz, sondern sind auch in ihrer Lebensdauer sehr beschränkt. Doch Forscher des Optoelectronics Research Centre an der Universität Southampton wecken neue Hoffnung, um dem Datenwahn Herr zu werden. 5D heißt ein neues Speichermedium, worauf Daten mithilfe von mehrschichtigen Punkten in Nanostrukturen auf einem Quarz-Kristall gespeichert werden können.

Die Bezeichnung „5D“ der revolutionären Speichertechnik beruht auf der Art und Weise, wie die Informationen auf dem Quarz-Glas gespeichert werden. Abgesehen von den bekannten drei Dimensionen, sind auch die Größe der Laserpunkte sowie die Orientierung dieser maßgebend. Die einzelnen Speicher-Schichten liegen dabei nur 5 Mikrometer voneinander entfernt. Die Daten werden mit einem schnellen Laser auf das Glas geschrieben. Auf eine kleine Quarz-Scheibe, die kaum größer als ein 2-Euro-Stück ist, konnten die Forscher so Daten in Höhe von 360 Terabyte unterbringen. Wenn man bedenkt, wie hoch die maximale Speicherkapazität bei HDD-Festplatten ist und wie viel Platz dafür benötigt wird, dann kann die Erfindung des 5D-Speichers durchaus als gigantisch angesehen werden.

Bereits 2013 gelang es den Forschern mithilfe eines Lasers Punkte auf Quarz zu schreiben, doch die damalige Speicherkapazität umfasste damals lediglich eine Textdatei mit einer Größe von 300 Kilobytes. Dank der Weiterentwicklung des Lasers sowie dem speziellen 5D-Verfahren sind solch hohe Speicherkapazitäten erst möglich geworden. Abgesehen von den enormen Datenmengen, die auf kleinstem Platz untergebracht werden können, sind die 5D-Datenträger bis zu einer Temperatur von 1.000 Grad hitzestabil. Bei normaler Raumtemperatur soll die Lebensdauer unbegrenzt sein, bei durchschnittlich 190 Grad beträgt sie theoretisch „noch“ 13,8 Milliarden Jahre – also in etwa nochmals dieselbe Zeitdauer, wie das ganze Universum bereits besteht. Im Vergleich dazu: CD’s sind oft bereits nach 50 Jahren nicht mehr lesbar, bei Festplatten wiederum wird die Lebensdauer mit 10 Jahren oder weniger angegeben.

Aktuell sind die Wissenschaftler auf der Suche nach geeigneten Industriepartnern. Bis die Technik allerdings Marktreife erlangt hat, dürfte es noch eine Weile dauern.

Quelle: University of Southampton

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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