Amazon Fire Phone offiziell vorgestellt – Mit 3D-Interface und Fire OS

Wie man erwarten konnte, hat Amazon heute an einem eigenen Event in Seattle sein erstes Smartphone vorgestellt. Technisch gesehen handelt es sich um ein Flaggschiff aus dem letzten Jahr, mit einem ganz speziellen Feature, welches wir so bisher noch nie bei einem mobilen Gerät gesehen haben.

Ungewöhnlicherweise gab es vom Amazon-Event keinen Livestream zum mitverfolgen, aber die Jungs von TheVerge haben grossartige Arbeit geleistet und für uns die wichtigen Informationen gesammelt. Überraschungen gab es so gut wie keine, die meisten technischen Details sind bereits im Vorfeld durch Leaks bekannt geworden. Dennoch kann Amazon mit einem absolut innovativen Feature auftrumpfen, dazu aber später mehr. Eines noch vorneweg: Amazon hat angekündigt, dass man mit dem vorgestellten Gerät Apple’s Krone schnappen möchte. Eine ziemlich gewagte Kampfansage und aus meiner Sicht ein Ding der Unmöglichkeit – was meint ihr dazu? Beginnen wir nun aber zuerst mit der Hardware: Das Amazon Fire Phone besitzt ein 4,7 Zoll grosses IPS-Display mit 590 nit Helligkeit und einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln, was einer Pixeldichte von 312 ppi entspricht. Das Display, wie auch die Rückseite, wird durch das bekannte Gorilla Glass 3 von Corning gut vor Kratzern geschützt. Im Innern schlummert ein Qualcomm Snapdragon 800 mit 2,2 GHz, der zusammen mit der Adreno 330 GPU und den 2 GByte Arbeitsspeicher ordentlich Dampf unter der Haube erzeugen kann. Beim Flashspeicher stehen entweder 32 oder 64 GByte zur Auswahl. Auch wenn es sich viele wohl gewünscht hätten, lässt sich der Speicher nicht erweitern. Als Trost bekommt allerdings jeder Nutzer kostenloser und unbegrenzter Cloud-Speicher.

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„Wir bieten die beste Kamera auf dem Markt“

Auf der Rückseite kommt eine 13 Megapixel Kamera mit f/2.0 und optischem Bildstabilisator zum Einsatz. Hierfür gibt es zudem eine separate Hardware-Taste auf der Seite. Die Kamera soll laut Amazon gar bessere Fotos schiessen können, als das iPhone 5s oder Samsungs Galaxy S5. Beim Online-Händler geht man also alles andere als zimperlich mit der Konkurrenz um, sondern attackiert diese in vollem Maß. Für Selfies und Videotelefonie wurde frontseitig eine 2,1 Megapixel Cam verbaut. Das Fire Phone verfügt zudem über zwei Dolby-Surround Lautsprecher und einen 2.400 mAh grossen Akku, der für einen ganzen Tag ausreichen soll, laut Amazon. Weiterhin sind die üblichen Konnektivitätsmodule wie N-WLAN, HSPA+ und LTE verbaut. Als Betriebssystem kommt Fire OS zum Einsatz, welches ziemlich stark n die Benutzeroberfläche der Kindle Fire-Tablets erinnert.

Mit Content und Kundenfreundlichkeit will Amazon die Konkurrenz stürzen

Auch wenn Amazon mit dem Fire Phone mit den aktuellen Flaggschiffen nicht ganz mithalten kann, will der Konzern bei der Kundenfreundlichkeit und dem Content punkten. Neben dem erwähnten kostenlosen Cloud-Speicher erhalten Nutzer mit „MayDay“ auch Zugriff auf einen kostenlosen Kundenservice, der 24 Stunden erreichbar ist und bei Problemen mit dem Smartphone behilflich sein soll. Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Content-Angeboten wie Prime Music, Prime Video und dem Kindle Store läuft einwandfrei über das Gerät. Wer hier beispielsweise über das Smartphone ein Video anschaut, kann dies per Second Screen auf seinem Fire TV weiterschauen.

Zwei absolute Highlights zum Schluss: Firefly und Dynamic Perspective

Mit Firefly möchte man das Fire Phone mit einer „Superwaffe“ ausstatten, was sozusagen als Scanner für alle möglichen Dinge dient.  Das Software-Programm erkennt nicht nur die üblichen QR-Codes, sondern auch ISBN-Nummern, CD’s, DVD’s, URL’s und zuletzt gar Spiele. Alles, was eingescannt wurde, lässt sich in der Verlaufsübersicht anzeigen oder direkt bei Amazon kaufen. Auch Filme, Fernsehserien und Musik sowie dessen Episode und Szene lassen sich ermitteln, indem man Firefly ein paar Sekunden „zuhören“ lässt. Über 100 Millionen verschiedene Objekte soll Firefly erkennen können. Hierfür wird für Entwickler auch eine API angeboten, mit der die Funktion direkt in Drittanbieter Apps implementiert werden kann. Dies wurde auch in einem Beispiel mit der App „MyFitnessPal“ bewiesen: App starten, Lebensmittel fotografieren und anschliessend die Infos dazu zu sehen bekommen.

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Als absolute Innovation gelten die vier Infrarot-Kameras auf der Frontseite, verteilt in die vier Ecken. Dynamic Perspective nennt Amazon selbst dieses spannende Feature. Dabei handelt es sich um eine Head-Tracking-Technologie, welche die Position des Kopfes erkennt. Normalerweise werden dafür lediglich zwei Kameras benötigt, jedoch werden diese vor allem im Landscape-Modus von den Händen des Nutzers verdeckt. Bei vier Kameras haben stets zwei davon die „beste Sicht“ auf das Gesicht des Nutzers. Die verbaute Technik kommt hauptsächlich in Amazons Benutzeroberfläche von Fire OS zum Einsatz. Je nach Kopf-Stellung verändert sich auch die Perspektive der Benutzeroberfläche, ähnlich dem Parallax-Effekt. Auch als 3D-Effekt lässt es sich nicht bezeichnen, wenn dann eher als Pseudo-3D, was zumindest bei der Präsentation ziemlich gut aussah. Das System soll anscheinend gar einen künstlichen Kopf von einem Menschlichen unterscheiden – NSA lässt grüssen. 😉

Releasedatum und Preis für Europa noch nicht bekannt

Vorerst wird das Smartphone exklusiv beim US-Mobilfunkbetreiber AT&T für einen Preis von 200 US-Dollar und aufwärts. Später soll das Gerät im freien Verkauf dann rund 649 US-Dollar kosten. Im Preis inbegriffen sind 12 Monate Amazon Prime, was in den USA mit 99 US-Dollar zu Buche schlägt. Der Preis ist überraschend teurer geworden, als zuerst angenommen. Wann das Amazon Fire Phone nach Deutschland kommen wird, ist momentan noch nicht bekannt.

So, nun dürft ihr eurer Meinung freien Lauf lassen. Was hält ihr vom Amazon Fire Phone? Ist der Preis in Ordnung und stört euch die „Gebundenheit“ an Amazon?

Quelle: TheVerge

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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