Android: Berechtigungs-Tool für Apps ab KitKat 4.2.2 entfernt

Seit Juli erlaubte Android dem Nutzer, den Android-Apps Rechte hinzuzufügen und zu entziehen. Mit dem Erscheinen von Android 4.4.2 wurde dieses Feature von Google wieder entfernt.



Im Juli 2013 führte Google bei Android 4.3 eine versteckte Rechteverwaltung für Apps ein. Diese ermöglichte Nutzern bestimmte App-Vorgänge (App Ops) wie den Zugriff auf Fotos, Kontakte oder Lokalisierungsdienste zu verbieten. Für nicht versierte Benutzer boten sich Anwendungen wie App Ops an, um an die versteckten Einstellungen zu gelangen. Seit einigen Tagen wird das Update auf Android 4.4.2 KitKat nun von Google ausgeliefert. Wer seither nach den Einstellungsoptionen sucht, wird nicht mehr fündig – auch mit Apps wie der oben genannten App Ops nicht.

Dass das Update nicht um die kritischen Blicke von einigen herum kam, konnte man sich ja vorstellen. Ganz vorne mit dabei bei der Kritikwelle ist die EFF (Electronic Frontier Foundation), welche Googles Verhalten kritisiert. Die EFF ist eine nicht staatliche Organisation aus den vereinigten Staaten, welche sich mit den Bürgerrechten im Cyberspace beschäftigt. Google erklärte gegenüber der EFF, dass das Release dieser experimenteller Funktion ein Fehler war und eigentlich für Entwickler und nicht für den normalen Nutzer gedacht war. Für mich eine plausible Erklärung, zumal die Funktionen ja nicht direkt ersichtlich waren, sondern sich irgendwo im Hintergrund befanden.

Dass bei Android in Sachen Datenschutz Handlungsbedarf besteht, zeigt sich beispielsweise bei der Anwendung Brightest Taschenlampe. Diese eigentlich gewöhnliche Taschenlampen-App gehört mit 50-100 Millionen Downloads zu den populärsten im Google Play Store. Allerdings ist sie äusserst Datenhungrig und greift unter anderem auf fragwürdige Weise Ortsdaten ab. Die Electronic Frontier Foundation hofft jedenfalls, dass es sich nur um eine temporäre Abschaltung dieser Einstellungsmöglichkeiten handelt, um die App Ops zu einem späteren Zeitpunkt in einer besseren Version zu veröffentlichen. So können also vorerst weiterhin unzählige an Daten von den Nutzern abgesaugt und an Dritte weiterverkauft werden. Apple beispielsweise schloss diese Sicherheitslücke bereits vor einigen Jahren.

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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