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Android L offiziell angekündigt – Stromsparmodus, Notifications, 64-Bit-Support und mehr

Anlässlich der Entwicklerkonferenz I/O hat der Suchmaschinengigant Google die Einführung der nächsten Android-Version unter dem Codenamen „L“ bekannt gegeben. Der Releasetermin von Android L soll im Herbst sein.

Mit der angekündigten Aktualisierung von Android KitKat auf Android L brachte Google so manch einen durcheinander. Meint der Konzern aus Mountain View nun Android 5.0 oder wird es in Zukunft keine Bezeichnungen mehr mit Zahlen geben? Google bemühte sich jedenfalls während der Konferenz keine Versionsnummer zu nennen. Dies sei nun aber mal dahin gestellt, denn was uns interessiert, sind die ganzen Neuerungen von Android L.

„Material Design“ – Vollständig überarbeitete Optik

Was beim Betrachten von Android L sofort auffällt, ist die neue Designsprache, welche Google an den Tag legt. Unter dem Namen „Material Design“ liess sich der Internetkonzern von echten Materialien inspirieren. Ausserdem wurde die Nutzerführung vereinfacht und das Design grundsätzlich flacher gestaltet. Der Fokus liegt jedoch nicht nur bei der Optik selbst, sondern auch bei neuen Animationen, die man zwischen den einzelnen Bildschirmen und Apps antreffen wird. Dies seht ihr euch am besten im folgenden Video einmal an:

Benachrichtigungen können nun auch auf dem Lockscreen direkt angezeigt, geöffnet oder auch geschlossen werden. In Verbindung mit einer Smartwatch lässt sich das Smartphone durch „Personal Unlocking“ sogar direkt entsperren, ohne dass erst ein bestimmtes Muster oder Code eingegeben werden muss. Befindet sich die eigene Uhr jedoch nicht in der Nähe, so greift wieder der normale Sicherheitsmechanismus. Google erwähnte dazu noch, dass man zu einem späteren Zeitpunkt gar eine Stimmerkennung zur Entsperrung in Erwägung zieht. Zudem wurde auch die Tastenleiste am unteren Rand des Displays mit neuen Icons versehen. Zudem will man in Android L sogenannte Heads-Up-Notifications einführen, eine Art Pop-Up, die Benachrichtigungen in einem Fenster über der aktuell geöffneten App anzeigen können – diese lassen sich per einfacher Wischgeste auch einfach wieder entfernen. Befindet man sich also in einem Spiel, so wird man nicht direkt rausgeschmissen, sondern kann direkt dort weitermachen, wo man stehen geblieben ist.

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Project Volta – Energiesparmodus

Nicht nur das Design soll sich merklich verändern und flacher werden, auch die Performance und der Energiehaushalt wurden verbessert. So wird nun beispielsweise die CPU heruntergetaktet oder Anwendungen beendet, die aus Sicht von „Project Volta“ unnötig sind. Ausserdem verzichtet der Stromsparmodus darauf, Apps zu aktualisieren oder ähnliche stromfressende Massnahmen durchzuführen, wenn der Akku langsam zu Neige geht. Man wird in Zukunft deutlich mehr Informationen über den Energieverbrauch der einzelnen Apps erfahren, um so besonders energiefressende Applikationen auszuschalten. Laut Google soll sich die Laufzeit bei Smartphones und Tablets durch das Project Volta merklich verbessert haben.

ART-Runtime und 64-Bit-Support

Durch die vollständige Umstellung auf die neue ART-Runtime (früher Dalvik) und 64-Bit-Support soll sich auch die Performance deutlich verbessern. Die 64-Bit-Unterstützung wird auf Intel, ARM und MIPS-Plattformen gleichermassen geboten. Durch die Veränderungen wird zudem auch mehr Arbeitsspeicher unterstützt und die Apps sollen um einiges schneller starten. An dieser Stelle dürfen sich auch Gaming-Fans freuen, denn man will bei der Grafik die Lücke zwischen Mobile- und Konsolen- sowie PC-Gaming schliessen. In einer eindrücklichen Demo der Unreal-4-Engine auf einem Android-Tablet mit der Nvidia Tegra-CPU wurde dies eindrücklich gezeigt.

Neue Sicherheitsfunktionen

Als kleine Randnotiz führt Google über die Google Play Services auch neue Sicherheitsfunktionen hinzu. Zukünftig werden nicht mehr nur die Apps aus dem Google Play Store überprüft, sondern auch diejenigen aus anderen Quellen. Trojaner und andere Malware soll auf diese Art noch besser erkannt werden können. Eines der grössten Probleme bei Android ist sicherlich die Auslieferung der Sicherheitsupdates, die bei gewissen Herstellern überhaupt nicht oder mit sehr hoher Zeitverzögerung beim Nutzer eintreffen. Mit Google Play Services treffen die Securitypatches automatisch alle sechs Wochen beim Nutzer ein – so besteht zumindest bei einem Teil der Android-Nutzer dieses Problem nicht mehr.

Und zuletzt will Google auch neue Sichrheitsbestimmungen bei Diebstählen einführen. So ist es dem Langfinger nicht mehr möglich, das Android-Gerät ohne die Zustimmung des Nutzers auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen.

Releasetermin im Herbst

Über ein konkretes Releasedatum von Android L gab es von Google noch keine näheren Informationen. Diese werden so gut wie sicher noch zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Bilder: WinFuture

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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