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Android M: Neuerungen und Infos im Überblick

Wie erwartet hat uns Google im Rahmen der I/O-Keynote einen Einblick auf die neue Android-Version „Android M“ gegeben. Wir haben für euch sämtliche Neuerungen sowie die dazugehörigen Infos zusammengefasst und (hoffentlich) übersichtlich aufgelistet.

Android Lollipop konnte am Anfang des Monats einen Marktanteil von 9,7 Prozent(!) vorweisen, was im Vergleich zum Vormonat (5,4 Prozent) nahezu eine Verdopplung darstellt. Mit Android M steht jedoch bereits die nächste Version in den Startlöchern, wobei es sich hierbei eher um ein etwas größeres Update für Android Lollipop handelt. Großartige Änderungen am Design, wie zuletzt mit dem Material Design, wird es diesmal nicht geben. Vielmehr wurde der Fokus auf die Benutzerfreundlichkeit, einen neuen Bezahldienst sowie verbesserte Akkulaufzeiten gelegt. Was mit Android M neues dazukommen wird, seht ihr in den nachfolgenden Zeilen.

Android M – Bedeutung?

Android J, Android L, Android M – Google nutzt an seinen Keynotes grundsätzlich nur den Anfangsbuchstaben – dies war auch am gestrigen Abend nicht anders. Über Android M wird in den nächsten Monaten noch einiges gesprochen, doch was bedeutet nun dieses „M“ im Namen? Eines wissen wir: Der Buchstabe „M“ soll für eine amerikanische Süßspeise stehen. Intern wird Android M als „Madamia Nut Cookie“ bezeichnet, doch das wird wahrscheinlich kaum der Name sein, mit dem wir uns schlussendlich herumschlagen müssen. Also kann man eigentlich nur darüber spekulieren, wie die künftige Android-Version benannt wird? Fast – denn wer auf der gestrigen Keynote genau hingeschaut hat, bekam möglicherweise einen kleinen (aber aussagekräftigen) Hinweis.

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Beim Watchface dieser Smartwatch handelt es sich ziemlich sicher um einen Milchshake. Die Vermutung liegt also nahe, dass es sich bei der neuen OS-Version um Android Milkshake handeln wird. Diese Bezeichnung tauchte zuletzt auch immer wieder in den Gerüchten auf, dürfte also zutreffen.

Android Pay – Ersatz für Google Wallet

Mit Google Wallet führte der Suchmaschinenkonzern bereits längere Zeit einen Bezahldienst in seinem Portfolio, doch so richtig auf Touren kam dieser nie. Mit Android Pay möchte das Unternehmen nun einen Angriff auf Apple Pay starten, das bei der US-Bevölkerung durchaus gut ankommt. Das neue Bezahlsystem erscheint jedoch nicht exklusiv für Android M, sondern wird auch in KitKat (ab Version 4.4) sowie Lollipop eingebunden – logisch, wenn man die oben genannten Marktanteile in Betracht zieht.

Die Funktion von Android Pay lässt sich mit Apple Pay gleichsetzen. Die Kreditkartendaten werden auf dem Gerät gespeichert und in eine Android-Pay-Nummer umgewandelt. Bei einem Bezahlvorgang in einem Laden wird dem Händler dann diese Android-Pay-Nummer via NFC vermittelt – die Kreditkartendaten selbst werden nicht an dritte Händler weitergegeben. Die Zahlungs-Verifikation erfolgt per Fingerabdruckscanner. Vorerst wird das System allerdings nur in den USA mit den Kreditkarten von VISA, MasterCard, American Express sowie Discover zugänglich sein. Weitere Länder werden mit der Zeit aber sicher noch dazu kommen.

Berechtigungssystem für Apps

Ein neuer Berechtigungs-Manager für Apps fragt den Nutzer bei einer neuen Anwendung, auf welche Dienste und Funktionen die entsprechende App zugreifen darf. Dies kennen wir ja bereits von vorherigen Android-Versionen. Anders ist nun jedoch, dass nicht mehr bei der Installation danach gefragt wird, sondern erst wenn die App eine bestimmte Berechtigung benötigt.

Will man bei WhatsApp beispielsweise ein Foto oder Video direkt aus der App machen, so muss der Anwender erst Zugriff auf die Kamera erlauben, dasselbe gilt beispielsweise auch beim Übermitteln von Sprachnachrichten – dort muss der Zugriff auf das Mikrofon genehmigt werden. Die jeweiligen Zugriffe können später in den Einstellungen natürlich auch wieder entzogen werden. Zuletzt muss allerdings auch erwähnt werden, dass das neue Rechte-System lediglich bei Apps funktioniert, die an Android M angepasst wurden – alte Anwendungen setzen aus Kompatibilitätsgründen noch auf das alte System.

Chrome Custom Tab & Direct App-Links

Diese Änderung richtet sich eher an Entwickler, aber auch Nutzer profitieren schlussendlich von Chrome Custom Tab. Wird innerhalb einer App auf einen Link geklickt, so wurde man bisher auf einen langsamen integrierten oder auch externen Browser umgeleitet. Nun können Entwickler einen sogenannten Custom Tab von Google Chrome integrieren, sodass sich dieser bei Gebrauch automatisch innerhalb der App öffnet. Mit dabei sind dann auch gespeicherte Passwörter oder Autofill-Daten – die dann nicht bei jeder Nutzung erneut eingegeben werden müssen.

Mit Direct App-Links funktioniert das neue Feature übrigens auch im umgekehrten Sinne. So wird der Anwender beim Klicken eines Links direkt in die Applikation geführt, ohne dass man erst zwischen der Anwendung und Chrome wählen muss. Dies birgt natürlich auch wieder Sicherheitsrisiken – doch auch daran hat Google gedacht und daher eine Art Link-Verifizierung als Sicherheitsfunktion integriert.

Dark-Modus – Android M wird dunkel

Zumindest in der aktuellen Developer Preview von Android M lässt sich in den Einstellungen einen Dark-Modus aktivieren. Das normalerweise sehr helle Theme wird dadurch in dunklen Farben dargestellt. Zusätzlich gibt es auch einen automatischen Modus, der wohl anhand der aktuellen Tageszeit, dem Umgebungslicht sowie dem Akkustand, entweder das dunkle oder helle Design aktiviert. In puncto Akkulaufzeit könnte dieser Modus interessant werden, da bei AMOLED-Displays die dunkle Darstellung zu einem niedrigeren Akkuverbrauch führt.

„Doze“ – Neuer Stromsparmodus

Mit geringen Laufzeiten bei Smartphones und Tablets hat wohl so ziemlich jeder Besitzer eines solchen Gerätes zu kämpfen. Mit „Doze“ realisiert Google nun einen neuen Stromsparmodus und optimiert damit das System auf bessere Akkulaufzeiten. Laut Google soll mit „Doze“ die Laufzeit beim Nexus 9 im Standby-Modus gar verdoppelt werden können. Mittels Sensoren erkennt Android M falls das Gerät über längere Zeit nicht bewegt wurde und aktiviert automatisch eine Art Schlummermodus. Hintergrundaktivitäten und -synchronisierungen werden dabei auf ein Minimum gesenkt, was den Akku schonen sollte.

Fingerabdruckscanner wird supportet

Unter Android M werden nun endlich auch nativ Fingerabdruckscanner unterstützt. Der Fingerabdrucksensor soll dabei nicht nur für Android Pay seine Dienste erweisen, sondern auch die Entsperrung des Smartphones ermöglichen.

Google Now wird intelligenter

Die Fehlerquote von Google Now soll bei geringen 8 Prozent liegen – sagt Google. Der virtuelle Assistent soll nun allerdings schlauer (und noch besser?) werden. So kann Google Now unter Android M auch in Apps verwendet werden. Als Beispiel wurde eine Musik-App genannt: Hört ihr gerade Musik, so könnt ihr Google Now direkt fragen, von welchem unbekannten Künstler dieses Musikstück stammt – Google wird den Namen für euch heraussuchen.

USB Typ C Unterstützung

Mit Android M wird erstmals auch die neueste USB-Generation – genannt USB Typ C – unterstützt. Dieser neue Anschluss lässt sich beidseitig anschließen, erlaubt schnelleres Aufladen der Geräte und ermöglicht einen schnelleren Datenaustausch. Wahrscheinlich werden wir noch in diesem Jahr die ersten Geräte mit dem USB Typ C-Anschluss zu sehen bekommen. Ein heißer Kandidat darauf ist sicherlich das neue Nexus-Gerät.

Sonstige Neuerungen von Android M

Zuletzt gibt es noch eine kleine Änderung der Lautstärkekontrolle zu erwähnen, die zusammen mit Android M nicht nur optimiert, sondern auch um neue Funktionen erweitert wurde. Ob damit auch die Rückkehr des Lautlos-Modus besiegelt ist, können wir euch aktuell leider noch nicht sagen. Ferner wurde auch die Copy und Paste Funktion verbessert und das Teilen von Inhalten mittels Direct Share vereinfacht.

Android M Release

Der Launch von Android M soll in der zweiten Jahreshälfte 2015 starten. Wer ein Nexus 5, 6 oder 9 oder Player besitzt, kann die Preview-Version von Android M bereits jetzt hier herunterladen. Der Rest muss sich leider noch einige Monate gedulden. Zuletzt könnt ihr das aufgezeichnete Video der Google I/O-Keynote in der vollen Länge noch einmal sehen:

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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