Android: Neue Malware Koler.A sperrt das Smartphone und erpresst Nutzer

Aktuell sorgt eine neue Schadsoftware, die sich als Strafverfolgungsbehörde ausgibt, für Unruhe unter Android-Nutzern. Wer sich nicht dazu bereit erklärt, eine gewisse Summe an die Erpresser zu überweisen, dessen Gerät wird für immer gesperrt. Alles nur Angstmacherei der Presse oder besteht hier wirklich eine grosse Gefahr?

Aktuell warnt das Sicherheitsunternehmen Bitdefender vor einer Bedrohung für Android-Benutzer namens Android.Trojan.Koler.A. Diese sogenannte Ransomware, ist ein Schadprogramm, dass dem Nutzer die Nutzung bzw. den Zugriff auf sein Smartphone verhindert. Die kriminellen Macher fordern dabei meist ein Lösegeld, um das Gerät wieder freizuschalten. Wenn ich das Stichwort „BKA Trojaner“ nenne, werden sich sicherlich einige von euch an die ähnlich agierende Schadsoftware erinnern, welche vor nicht allzu langer Zeit auf dem PC ihr Unwesen trieb.

Die als Android.Trojan.Koler.A bezeichnete Malware arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip. Zunächst ermittelt der Trojaner das Land des Opfers und präsentiert ihm anschliessend die passende Nachricht in der entsprechenden Sprache auf dem Display:

bka_trojaner_android_smartphone

Auf den ersten Blick wirkt dies wie ein Schreiben von der zuständigen Strafverfolgungsbehörde, doch sollte man sich im Klaren sein, dass man nie auf diese Art und Weise durch die Behörden kontaktiert werden würde. Wollt ihr danach wieder auf euren Start-Bildschirm zurückkehren, werdet ihr aufgefordert, eine Strafzahlung in Höhe von 300 US-Dollar per Paysafecard oder uKash an die Erpresser zu überweisen, ansonsten wird das Smartphone gesperrt. Ich muss euch nun aber sicher nicht erklären, dass ihr dieser digitalen Schutzgelderpressung nicht nachgehen sollt.

Aktive Installation des Trojaners durch den Nutzer nötig

Die Verbreitung von Android.Trojan.Koler.A findet über Pornoseiten statt, auf denen sich die Malware als App zum Videos abspielen tarnt. Damit die Ransomware überhaupt auf euer Gerät gelangen kann, ist eine aktive Installation der APK eurerseits nötig. Aber man kennt es ja: Immer wieder passiert es Leuten, die nicht aufpassen oder in Gedanken versunken alles installieren… Zack! Malware drauf! Nach der Installation öffnet sich automatisch nach dem Drücken des Homebuttons ein Popup mit der oben stehenden Nachricht. Um die schädliche Software zu deinstallieren, benötigt man nicht nur Geschick, sondern auch ein schnelles Händchen. Denn ihr müsst das App Icon innerhalb von fünf Sekunden auf den Deinstallier-Button gezogen haben, um das schädliche Programm von eurem Smartphone zu werfen. Dies gestaltet sich in manchen Fällen als äusserst schwierig. Mittlerweile bieten auch einige Hersteller bei ihren Geräten einen Safemode an, mit dem die Entfernung der App deutlich einfacher sein sollte.

Ist ein Virenscanner bei einem Android-Smartphone sinnvoll?

Grob gesagt: Nein! Bei Leuten, welche Apps immer aus dem Google Play Store downloaden, besteht eine äusserst geringe Chance, sich mit einem Virus zu infizieren bzw. sich einen Trojaner einzufangen. Bei Nutzern, die sich Apps aus undurchsichtigen Quellen besorgen, steigt die Gefahr natürlich drastisch an. Hier gilt darauf zu achten, woher die Quelle stammt und ob diese vertrauenswürdig ist. Befolgt man diese Punkte, kann man sich das Geld für ein Antiviren-Programm sparen. Denn oft werden solche Nachrichten wie diese hier von den Software-Herstellern ausgenutzt, um ihre Produkte besser an den Mann zu bringen.

 Quelle: Spiegel

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

Ebenfalls interessant

Google plant YouTube Red zum Netflix-Konkurrenten aufzurüsten

Facebook Twitter Google+ Pinterest Pocket Facebook Twitter Google+ Pinterest LinkedIn Digg Del StumbleUpon Tumblr VKontakte …

Kommentar verfassen