apple-pay

Apple Pay: Wie das neue Bezahlsystem funktioniert

Am gestrigen Abend hat Apple nicht nur zwei neue iPhones und endlich auch eine Smartwatch präsentiert, sondern auch ein neues Bezahlsystem vorgestellt, das möglicherweise gar den ganzen Geldverkehr umkrempeln könnte.

Auch wenn die Apple Watch mit den Worten „One more thing“ angekündigt wurde, gehört aus meiner Sicht auch Apple Pay dazu. Das neue Bezahlsystem von Apple ist aber keineswegs nur ein Dienst, der lediglich auf Apple-Geräten genutzt werden kann. Es bahnt sich hier ein neuer Bargeldersatz an, der in Zukunft möglicherweise gar die Kreditkarten vom Thron stossen könnte. Bereits jetzt konnte Apple bereits einige Partner für den Bezahldienst dazugewinnen, darunter Disney, Macy’s, McDonald’s, Nike, Starbucks, Toys „R“ Us, Uber  und Whole Foods. Ausserdem soll Apple bereits verschiedene Deals mit grossen Banken in den USA abgeschlossen haben – dazu zählen etwa Bank of America, Citigroup oder JPMorgan. Durch erweiterte Apps unter iOS 8 soll es zukünftig auch Online-Shops möglich sein, Apple Pay zu integrieren.

Funktionsweise von Apple Pay

Apple Pay ist ein Teil der App Passbook, womit sich heute bereits Bordkarten und Tickets einlösen lassen. Auf der technischen Seite wiederum wird ein NFC-Modul (Nahfeldkommunikation) benötigt, das in der neuesten iPhone-Generation integriert wurde. Die Kreditkarten-Daten lassen sich entweder durch abfotografieren oder auch über den iTunes-Store hinzufügen, welche dann verschlüsselt auf dem iPhone hinterlegt werden. Aktuell werden Kredit- und Bankkarten der drei grossen Zahlungsorgainsationen American Express, Mastercard und Visa unterstützt. Steht man nun vor einem Karten-Terminal, um eine Bezahlung abzuschliessen, muss die Transaktion mittels Fingerabdruckscanner auf dem iPhone nur noch durch den Nutzer autorisiert werden. Im Gegensatz zur Kreditkarte, bei der stets eine bestimmte Nummer vorhanden ist, wird bei Apple Pay bei jeder Transaktion eine eigene Nummer generiert, was die Sicherheit massgeblich erhöht. Im Video seht ihr anhand der Uber-App wie der ganze Vorgang funktioniert:

Apple nimmt das Thema Sicherheit ernst

Sicherheit und Datenschutz stehen bei Apple Pay laut dem Apfel-Konzern im Mittelpunkt – gut, das sagen sie alle, nicht wahr? Um den Missbrauch einzudämmen, sehen beispielsweise Geschäfte, Restaurants oder andere Händler weder den Namen noch die Kreditkartennummer oder irgendwelche Sicherheitscodes des Nutzers. Die gespeicherten Kreditkarteninformationen werden streng verschlüsselt auf dem iPhone gespeichert. Apple listet die Käufe auch nicht in einer Historie auf, sodass zu keinem Zeitpunkt ersichtlich ist, wo eingekauft wurde und wie viel man dafür bezahlt hat. Die gesamten Zahlungsinformationen werden verschlüsselt auf einem neuen Chip namens Secure Element abgespeichert und dadurch privat gehalten, verspricht Apple. Sollte jemand sein iPhone verloren haben, so lassen sich zukünftige Zahlungen einfach per „Mein iPhone suchen“ verhindern. Die Chancen eines Missbrauchs sind mit Apple Pay also um ein vielfaches tiefer, als bei Kreditkarten die schnell verloren gehen können.

apple-pay_02

Releasetermin für Apple Pay

Vorerst startet der Dienst ab Oktober 2014 in den USA. Wann Apple Pay auch in Europa an den Start geht, ist ungewiss. In der Schweiz beispielsweise sind sämtliche Kassen bei den Handelsketten Coop und Migros sowie die von McDonald’s bereits mit NFC-fähigen Terminals ausgestattet – einem allfälligen Release stünde zumindest hierzulande also nichts mehr im Wege.

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

Ebenfalls interessant

imac-retina

Apple stellt neuen iMac mit Retina-Display und neues Zubehör vor

Facebook Twitter Google+ Pinterest Pocket Facebook Twitter Google+ Pinterest LinkedIn Digg Del StumbleUpon Tumblr VKontakte …

4 Kommentare

  1. Ja aber wer gibt denn dann wie die Kredirkarteninfos an den Aquirer bzw. wer zieht das Geld ein bzw. schreibt es gut?

  2. Hallo Paula, an den Händler selbst werden keine Kreditkartendaten übermittelt. Beim Hinzufügen einer neuen Kreditkarte auf dem iPhone wird die Kreditkartennummer nicht gespeichert, sondern eine einzigartige Geräte-Kontonummer zugewiesen und auf dem Secure Element (spezieller Chip) gespeichert. Statt der Eingabe des Sicherheitscodes der Kreditkarte wird bei jedem Zahlungsvorgang ausserdem ein dynamischer Sicherheitscode generiert.

    Apple hält sich betreffend der Übermittlung der Kreditkartendaten ziemlich bedeckt. Es heisst lediglich, dass keine Infos über die Kreditkarten auf den eigenen Servern gespeichert werden, aber eine einmalige verschlüsselte Übermittlung der Daten müsste es zumindest geben. Anschliessend wird jedoch stets die Geräte-Kontonummer und der dynamische Sicherheitscode zur Abgleichung der Zahlungsinformationen verwendet. Apple selbst dürfte von dir (wenn ich mich nun nicht total täusche) nie Geld sehen, sondern dient lediglich als „Vermittler“ zwischen dem Händler und deiner Kreditkartenfirma.

Kommentar verfassen