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Bild.de: Abgemahnter YouTuber sucht per Crowdfunding nach Spenden

Der YouTuber Tobias Richter steht mitten im Kampf zwischen Bild und Adblock. Auf YouTube veröffentlichte der Mann ein Tutorial-Video zur Umgehung der Adblock-Sperre, welche seit Oktober auf Bild.de zu finden ist. Zusammen mit seinem Anwalt möchte sich Tobias Richter nun allerdings gegen eine eingetroffene Abmahnung wehren und hofft dabei auf finanzielle Unterstützung aus der Crowd.

Wer mit eingeschaltetem Adblocker die Online-Plattform Bild.de des Axel-Springer-Verlags aufruft, erhält keinen Zugriff mehr auf das Angebot. Allzu lange dauerte es jedoch nicht, bis erste Methoden zur Umgehung der Adblocker-Sperre im Netz aufgetaucht sind. Dazu gehört auch Tobias Richter – ein YouTuber sowie Blogger bei Wintouch.de – der sein Wissen in einer Video-Anleitung an die Community weitergegeben hat. Daraufhin folgte eine Abmahnung des Axel-Springer-Verlags, in welcher der YouTuber eine Unterlassungserklärung hätte unterschreiben sollen. Als Anschuldigung wird dem YouTuber die Umgehung einer technischen Schutzmaßnahme für urheberrechtlich geschütztes Material vorgeworfen.

Doch die Anwälte von Tobias Richter rieten ihm ab,  die Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Stattdessen wurde zusammen mit der Kanzlei auf die Abmahnung reagiert. Da noch keine Antwort auf dieses Schreiben kam, geht Tobias Richter nun in die Offensive gegen den Verlag und will den Fall mit einer negativen Feststellungsklage abschließen. Sollte der YouTuber den Prozess verlieren, so kämen Kosten in Höhe von bis zu 7.215 Euro auf ihn zu. Um das finanzielle Risiko einzudämmen, versucht er nun per Crowdfunding auf leetchi an das Geld ranzukommen. Das Ziel dürfte wahrscheinlich spätestens morgen erreicht werden, da bereits innerhalb von wenigen Stunden über 4.000 Euro gesammelt wurden. Insgesamt bleiben Tobias Richter noch 13 Tage bis zum Erreichen der Ziel-Summe. Sollte Tobias Richter den Prozess gewinnen, so überweist er auf Wunsch das Geld an die Unterstützer zurück, da dann der Axel-Springer-Verlag für die kompletten Gerichtskosten aufkommen muss.

Es ist schon langsam fraglich, mit welchen Mitteln gewisse Verlage gegen die Nutzer vorgehen. Zum einen ist es natürlich das gute Recht vom Axel-Springer-Verlag, Adblocker-Nutzer von seinen Seiten auszuschließen, da die Redakteure und Mitarbeiter ganz ohne Werbeanzeigen nicht finanziert werden könnten. Andererseits müssen sich einige Verlage auch an der eigenen Nase packen und sich die Frage stellen, wieso ein Nutzer überhaupt den Adblocker aktiviert. Ich selber nutze keinen Adblocker, muss aber immer wieder auf einigen Seiten feststellen, dass die Werbung dominierend im Vordergrund steht und die eigentlich wichtigen Inhalte im Hintergrund stehen. Hier eine Werbeanzeige, dort ein Werbebanner, dann ploppt innerhalb des Contents plötzlich ein Video mit Ton auf, am Ende öffnet sich womöglich noch ein Popup und und und.

Zuletzt stellt sich die Frage, ob es sich bei der Aussperrung von Adblocker-Nutzer wirklich um eine wirksame technische Maßnahme zum Schutz urheberrechtlich geschützter Werke handelt oder nicht. Interessant wird an dieser Stelle auf jeden Fall sein, wie das Gericht am Ende entscheiden wird.

Quelle: Tobis_Tricks (Youtube)

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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