Crytek: Droht bald das Aus für die deutsche Spieleschmiede?

Wie jetzt bekannt wurde, befindet sich das deutsche Spielentwicklungsunternehmen Crytek in finanzieller Notlage. Eine zugesicherte Finanzspritze sorgt vorerst für Besserung – doch für wie lange?

Ziemlich überraschend erreichte uns die Meldung des Spielemagazins GameStar, dass die grösste deutsche Spieleschmiede Crytek offenbar im April 2014 kurz vor der Insolvenz stand. Das Unternehmen wurde 1999 in Coburg gegründet und beschäftigt weltweit in insgesamt neun Studios rund 800 Mitarbeiter. Crytek wurde bekannt, als sie 2004 den Ego-Shooter Far Cry auf den Markt gebracht haben. Das Spiel basierte auf der CryEngine, welche damals als technische Meisterleistung galt. Mit dem Titel Crysis hob man 2007 die Grafikmesslatte erneut nach oben. Zuletzt erreichte Crytek allerdings nicht mehr den Erfolg, den man sich im Studio erwünscht hatte. Auch Crysis 3 war alles andere als ein Verkaufsschlager und mit dem exklusiven Titel Ryse: Son of Rome für die Xbox One mussten massive, mit hohen Kosten verbundene, Personalaufstockungen vollzogen werden, damit das Spiel zum Verkaufsstart der Konsole in den Regalen liegen konnte.

Der Misserfolg bei Spielen durch geringe Verkaufszahlen und Personalaufstockungen ist allerdings nur einer der Gründe für die finanzielle Not. Aus dem Bericht geht hervor, dass die Free2Play-Ausrichtung der Firma laut Mitgründer Avni Yerli nicht schmerzlos an den Entwicklern vorüberging. Der Free-To-Play-Shooter Warface kam lediglich in Russland gut an, während die G-Face-Plattform einem Totalausfall glich. Eines der Hauptprobleme seien vor allem die über 800 Angestellten, was einer Geldverbrennungsanlage zugleich kommt. Ausserdem sei auch ein Deal mit Microsoft, bei dem es um einen möglichen Nachfolger des Action-Titels Ryse: Son of Rome ging, geplatzt. Auch die bisher verkauften Lizenzen der CryEngine 3 produzieren ebenfalls nicht genügend Geld – wohl deswegen, weil die meisten Entwicklungsstudios auf die Unreal-Engine von Epic Games setzen. Auch die zuletzt gekauften kleineren Entwicklerteams wie Black Sea, Vigil Games oder Free Radical Design könnten sich negativ auf das Budget ausgewirkt haben.

Yerli bestätigte gegenüber GameStar, dass in Kürze eine rettende Geldspritze eintreffen wird. Doch die eigentlichen Probleme sind damit noch lange nicht gelöst. Ob zukünftige Titel wie Arena of Fate, Homefront: The Revolution und Hunt: Horrors of the Gilded Age das Unternehmen wieder auf die Erfolgsstrasse zurückbringen, bleibt fraglich. Aus dem Bericht geht hervor, dass bereits diverse Konzerne Interesse für eine eventuelle Übernahme von Crytek bekundet hätten. Allen voran ist die weissrussische Spieleschmiede Wargaming.net. Das Aus von Crytek wäre für die deutsche Spieleindustrie sicherlich ein herber Schlag, der sich nicht so leicht ausbügeln lässt. Den vollständigen Bericht über Crytek könnt ihr auf der Seite von GameStar nachlesen.

Quelle: GameStar

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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