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6 Dropbox-Alternativen im Cloud-Speicher-Vergleich

In den letzten Jahren schossen die Cloud-Speicher-Dienste regelrecht aus dem Boden – mittlerweile hat der Markt einen Punkt erreicht, an dem alles sehr unübersichtlich geworden ist. Wir zeigen euch eine kleine Auswahl an Alternativen zum aktuellen Marktführer Dropbox, der trotz des Erfolgs nicht der beste Dienst ist.

Seit 2007 hat sich Dropbox vom Startup zum Marktführer unter den Cloud-Speicher-Diensten hochgearbeitet und das Konzept der Online-Speicherdienste erst so richtig ins Rollen gebracht. Dropbox ist auch bei uns in den täglichen Gebrauch involviert, doch was die Sicherheitsmechanismen betrifft, liegt der Dienst weit zurück. Wer private Fotos, Videos und andere Daten ins Netz stellt, sollte dies also mit Bedacht tun und immer damit rechnen, dass diese insbesondere bei Dropbox und anderen Cloud-Diensten immer durch Dritte eingesehen werden können. Zwar werden die Daten bei Dropbox mit einem AES-256-Bit-Schlüssel verschlüsselt, dies passiert jedoch nicht serverübergreifend und auch ein sogenannter Private-Key, welchen nur der Nutzer kennt, ist ein Fremdwort bei Dropbox. Allgemein kann man jedoch sagen, dass keine der unten aufgelisteten Alternativen zu Dropbox zu 100 Prozent sicher sind, sei es durch Exploits, fehlende Sicherheitsmechanismen oder Ähnliches – Schwachstellen gibt es leider überall.

Google Drive

Google Drive gehört mit rund 200 Millionen Nutzern zu den grössten Konkurrenten von Dropbox. Wer günstig an viel Speicher kommen möchte, kommt an Google Drive nicht vorbei. 15 GByte Speicher stehen zur kostenlosen Nutzung frei zur Verfügung. Doch aufgepasst, die 15 GByte teilen sich zwischen Cloud-Speicher und Gmail-Konto auf, sodass Vielschreiber weniger Cloud-Speicher zur Verfügung haben. Des Weiteren bekommt ihr 100 GByte für 2 US-Dollar/Monat, 1 TByte wiederum für lediglich 10 US-Dollar/Monat. Einziges Manko ist auch hier wieder der Serverstandort, welcher sich bei Google logischerweise in den Vereinigten Staaten befindet.

Für Unternehmen liegt Google Drive in Sachen Benutzerfreundlichkeit jedoch eindeutig an der Spitze. So lassen sich Texte, Tabellen, Präsentationen, Formulare und Bilder direkt im Browser bearbeiten und mit anderen Nutzern teilen. Ausserdem zahlen Unternehmen 8 Euro pro Monat und Mitarbeiter, erhalten jedoch unendlich viel Speicherplatz von Google – dies gilt jedoch nur für Teams, die mindestens aus fünf Mitarbeitern bestehen. Aktuell läuft Google Drive auf Windows, OS X, Android und iOS – eine Linux-Version wurde angekündigt.

Microsoft OneDrive

Aus SkyDrive wurde ja bekanntlich OneDrive, da es kurz gesagt zu einem Markenstreit gekommen ist. Auch Microsoft bietet euch die Möglichkeit, eure Dokumente direkt im Browser zu bearbeiten. 15 GByte Speicherplatz sind kostenlos verfügbar. Wer mehr möchte, muss seinen Geldbeutel hervorholen, denn 100 GByte kosten 2 Euro/Monat, 200 GByte bekommt ihr für 4 Euro/Monat. Ebenso interessant dürfte es auch bei OneDrive für Firmen werden, denn diese müssen monatlich nur 2 Euro pro Nutzer an den Software-Riesen bezahlen und erhalten dafür ein Terabyte Speicher. Jedes weitere Gigabyte kostet dann allerdings 16 Cent, was schnell ziemlich teuer werden kann.

Da Microsoft ebenfalls auf den Serverstandort USA setzt, hat auch dieser Dienst mit sämtlichen Datenschutzproblemen zu kämpfen, wie dies bei Google oder Dropbox der Fall ist. Wer einen hohen Wert auf Sicherheit legt, ist daher mit den zwei nachfolgenden Alternativen deutlich besser bedient.

Spideroak

Spideroak gehört zu den sichersten Speicherdiensten in dieser Liste. Selbst Whistleblower Edward Snowden empfiehlt den Nutzern Spideroak statt Dropbox. Während Dropbox die Passwörter und Verschlüsselungsdateien auf den eigenen Servern speichert, verfolgt Spideroak die „Zero-Knowledge“-Politik. Das heisst, dass sämtliche Nutzerdaten und Passwörter bereits auf dem Rechner des Nutzers verschlüsselt werden. Spideroak selbst hat zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf die nackten persönlichen Daten. Einen Haken hat die erhöhte Sicherheit allerdings, sollte das Passwort in Vergessenheit geraten sein, so kann der Dienst keine Hilfestellung leisten, da durch die Verschlüsselungstechnik ein Zusenden oder Zurücksetzen des Passwortes nicht möglich ist. Ausserdem gilt dieser Sicherheits-Komfort nur für die Desktop-Variante, wer mit seinem Smartphone auf die Cloud zugreift, speichert vorübergehend seine Daten während der aktuellen Sitzung auf den Spideroak-Servern.

2 Gbyte Speicherplatz stehen zur freien Nutzung bereit. Wer 100 GByte möchte, muss ähnlich wie bei Dropbox 10 US-Dollar pro Monat hinlegen. Nutzen lässt sich der Anbieter mit Windows, OS X, Linux, Android und iOS.

Wuala

Wuala ist ein Schweizer Cloud-Anbieter, der sich ebenfalls durch die vorhandenen sicherheitstechnischen Aspekte (AES-256-Bit-Schlüssel) von der Konkurrenz abheben möchte. Auch hier werden die Daten bereits auf dem Computer des Nutzers verschlüsselt, verschlüsselt hochgeladen und natürlich auch verschlüsselt gespeichert. Anders als bei Dropbox, Google Drive und Microsoft OneDrive, dessen Server in den USA stehen und dies für viele sogleich ein Sicherheitsrisiko darstellt, stehen die Server von Wuala in Europa (Schweiz, Deutschland und Frankreich). Aber auch hier gibt es leider einen Haken, denn der Dienst ist seit einiger Zeit für Neukunden nicht mehr kostenlos. Für 5 GByte Speicher müsst jedoch nur 0,99 Euro monatlich ausgeben, womit sich die Kosten im Rahmen halten. 100 GByte kosten wiederum 9,99 Euro. Wuala bietet Apps für Windows, OS X, Linux, iOS und Android an.

Telekom Mediencenter

Ganze 25 GByte kostenlosen Cloud-Speicher bekommt ihr direkt aus Deutschland, besser gesagt von der Deutschen Telekom. Eine Erweiterung auf 100 GByte Speicher kostet 10 Euro im Monat. Nutzer, die keinen Vertrag bei der Telekom haben, müssen jedoch leider auf das Sync-Plus-Feature verzichten, mit dem ihr Kalender, Termine, Mails etc. synchronisieren könnt. Ein sehr praktisches Feature ist jedoch der integrierte Musikplayer, der die richtigen Dateiformate erkennt und diese auch abspielen kann.

Während die Daten zwar mit einer 128-Bit-SSL-Verschlüsselung übertragen werden, werden die Daten auf dem Server selbst nicht verschlüsselt gespeichert. Im Gegensatz zu Dropbox, Google Drive und Co. befinden sich die Server aber in Deutschland und unterliegen somit dem deutschen Datenschutzgesetz. Die Software steht für Windows, Android und iOS zur Verfügung. Mac OS X-Nutzer können sich über einen kleinen Umweg, der hier beschrieben wird, das Mediencenter auf ihrem Apple-Rechner einrichten.

OwnCloud

Wer mit den ganzen oben aufgeführten Alternativen noch immer unzufrieden ist, der hat die Möglichkeit, mit OwnCloud seine eigene Cloud zu installieren. Dazu wird jedoch ein eigener Webserver benötigt – oder, wer sich gut auskennt, richtet sich diesen bei sich zu Hause gleich selbst ein. Die Vorteile einer eigenen Cloud liegen auf der Hand: nahezu unendlich viel Speicherplatz und die totale Kontrolle über eure eigenen Daten. Ausserdem stehen jede Menge Erweiterungen zur Auswahl, die das ganze System erst so richtig interessant machen.

Kennt ihr noch eine gute Alternative, die in dieser Auflistung fehlt, dann scheut euch nicht, diese in die Kommentare zu schreiben.

Bildquelle: Google

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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Ein Kommentar

  1. bei Mail.ru kriegt man 100 GB kostenlos und ohne freunde werben sch***.
    Allerding noch ohne webdav und auf englisch

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