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EuGH-Urteil: Youtube-Videos dürfen auf Webseiten und Blogs eingebettet werden

Der Europäische Gerichtshof hat in dieser Woche ein positives Urteil für Webseiten- und Blogbetreiber sowie Nutzern von sozialen Netzwerken ausgesprochen. Denn das Einbinden von fremden Youtube-Videos verstösst nach Auffassung der Richter nicht gegen das Urheberrecht.

Die Frage, ob Youtube-Videos auf einer Webseite oder Blog eingebettet werden darf, blieb lange Zeit ungeklärt. Bei vielen Seitenbetreibern führte dies aus Angst vor einer Abmahnung zur Verunsicherung. Keiner wusste genau, ob er nun auf legaler Ebene oder gar illegal gehandelt hat und somit gegen vorhandene Urheberrechte verstossen würde. Dennoch wird natürlich das sogenannte „Framing“ – also das Einbinden von Youtube-Videos per „Embed“-Code – täglich von Millionen Seitenbetreibern und Bloggern genutzt. Das Problem besteht vor allem darin, dass durch das Einbinden eines fremden Videos indirekt die Urheberrechte des Film-Eigentümers verletzt werden. Man bewegte sich in den letzten Jahren also stets in einer Grauzone und musste gar mit einer Abmahnung oder Schadensersatzforderung rechnen – wir blieben davon glücklicherweise verschont.

Der Europäische Gerichtshof (kurz: EuGH) hat nun jedoch klargestellt, dass das Einbinden eines Youtube-Videos auf einer anderen Webseite als youtube.xx grundsätzlich keine Urheberrechtsverletzung darstellt (Az. C-348/13). Dies ist deswegen der Fall, weil beim Framing kein neues Publikum erschlossen und auch keine neue Technik eingesetzt wird. Der Inhaber des Urheberrechts hat mit der Veröffentlichung des Videos die Wiedergabe erlaubt und dabei an alle Nutzer des Internets gedacht – also auch an diese, von anderen Webseiten, so die Begründung der Richter. Doch nicht nur wir können an dieser Stelle aufatmen, sondern auch Nutzer von sozialen Netzwerken wie Facebook, die jeden Tag Millionen von Youtube-Videos eingebunden haben. Natürlich ist dies nun kein Freifahrtsschein für das Veröffentlichen von jeglichen Videos. Das Einbinden von rechtswidrigen Inhalten wie etwa Streams von Kino-Filmen und anderem illegalen Material bleibt weiterhin verboten.

Der Fall wurde ursprünglich vor dem Bundesgerichtshof (BGH) verhandelt, als ein Werbevideo eines Herstellers von Wasserfiltersystemen ohne dessen Zustimmung auf Youtube veröffentlicht und anschliessend von einer Konkurrenzfirma auf deren eigenen Webseite eingebunden wurde. Mittels eines Vorabentscheidungsersuchen wurde der Fall anschliessend an den EuGH übermittelt.

Via: Spiegel

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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