Fairphone: Herstellungskosten offengelegt

Vor nicht allzu langer Zeit haben wir über das Projekt Fairphone von der niederländischen Stiftung Waag Society berichtet. Nun hat der Entwickler die Zusammensetzung der Kosten des fair hergestellten Smartphones veröffentlicht.



Es handelt sich um das Smartphone, was vieles anders und besser machen will, als Apple, Samsung und Co.. Angefangen bei den fair gehandelten Rohstoffen und den fairen Arbeitsbedingungen, wird auch das Endprodukt zu einem fairen Verkaufspreis angeboten. Betrachtet man die untere Grafik, dann fällt die faire Produktion aber gar nicht so sehr ins Gewicht, wie man wohl dachte. Denn lediglich 22 Euro soll sie vom Verkaufspreis, welcher bei 325 Euro liegt, ausmachen. 3,75 Euro davon sorgen dafür, dass Materialien wie Coltan, Tantal oder Zinn aus den Minen Verwendung finden im Fairphone. Diese Minen, welche nicht aus Bürgerkriegsgebieten stammen, unterliegen ebenfalls den fairen und konfliktfreien Anstellungsbedingungen.

In der Gesamtsumme von 325 Euro sind zudem die Beiträge für Brancheninitiativen, sowie ein medizinischer Versorgungs-Fonds für die Arbeiter enthalten. Den grössten Anteil besitzt die Hardware selbst mit knapp 130 Euro. 45 Euro gehen für den Aufwand an Personalkosten, Entwicklung, Prototyping und Support drauf. Weitere 55 Euro werden neben Transport- und Logistikgebühren auch für Patente und Lizenzen sowie Umweltsiegel und Zertifizierungsprogramme (CE, FCC oder RoHs) aufgebraucht. Auch einen Gewinn will man erwirtschaften, der mit 5 Euro pro Gerät aber sehr klein gehalten wird. Dieser soll als Rücklage für unvorhergesehene Ereignisse, Refinanzierung und Ähnliches dienen.

Bisher wurde das Fairphone laut Zähler knapp 15.000 Mal vorbestellt. Die erste Welle der Produktion lief bereits im vergangenen Juni an, nachdem 5000 Vorbestellungen erreicht wurden. Ausgeliefert werden die Geräte dann im Dezember 2013. Natürlich sind sich die Macher des Fairphones dessen bewusst, dass sie mit der ersten Generation noch kein absolut fair hergestelltes Smartphone liefern können. Sie sprechen deswegen auch oft von einem „fairer Phone“. Durch weitere Auflagen und neuen Vertragsabschlüssen mit verschiedenen Produktionsstätten und Minen arbeitet sich das Fairphone aber langsam an ein sozial gerechtes, umweltfreundliches und zu 100% faires Smartphone heran.

cost-breakdown-fairphone

Wem die oben eingefügte Grafik nicht genügt, kann an dieser Stelle noch den kompletten Bericht als PDF-Dokument herunterladen.

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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