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Google Glass – Datenschützer schlagen Alarm!

Die neue Google-Brille steht immer wieder im Mittelpunkt der Medien. Inhaltlich geht es meist nur darum, was die Datenbrille so alles können soll. Mit dieser Augmented-Reality-Brille soll es möglich sein, sich das Internet bequem vor’s menschliche Auge zu führen und somit sich anhand einiger Gimmicks und Apps zu erfreuen.



Doch neben dem Stellenwert als neuartiges cooles, spaßiges und auch modisches Accessoire bietet Google Glass auch einige Schattenseiten: Dank des minimalistischen Designs erlaubt sie es ihrem Nutzer noch unauffälliger zu fotografieren und zu filmen, als es bisher mit Smartphones der Fall ist. Und genau hier treten die Datenschützer ans Licht. Sie protestieren gegen Googles Datenbrille und haben eine Protestseite ins Leben gerufen: Auf „Stop the Cyborgs“ wollen sie künftig über die Gefahren von Google Glass informieren. So haben sie dort u.a. 34 Gründe gegen die Nutzung der Datenbrille gesammelt. Auf der Seite gibt es auch die Möglichkeit, T-Shirts und Sticker zu kaufen, auf denen vor Google Glass gewarnt wird.

Auch wenn die Google-Datenbrille offiziell noch nicht erhältlich ist, gehen die Meinungen über sie weit auseinander. Ausgelöst hat die Debatte der Computerwissenschaftler, Berater und Blogger Mark Hurst. Vor rund zwei Wochen veröffentlichte er auf seinem Blog einen langen Beitrag, in dem er seine Bedenken über die denkbar heimliche Überwachung zur Sprache brachte. Er geht davon aus, dass früher oder später der Konzern alle Videos, die mit Google Glass aufgenommen wurden, sammeln und so für seine Zwecke mit anderen Daten verknüpfen und auswerten oder auch an staatliche Stellen aushändigen könnte. Einige Medien und Journalisten sehen dieses Problem ähnlich. Ein Lokalbesitzer hat auf seiner Facebookseite bereits angekündigt, seinen Gästen das Tragen der Datenbrille zu untersagen, um die Privatsphäre anderer Anwesenden zu schützen. Durch dieses Verbot wurde das Lokal mit einem Schlag weltberühmt.

Rein rechtlich hat Google jedoch nichts zu befürchten. Datenschutzrechte, samt dem spezielleren Recht am eigenen Bild, gilt unabhängig von irgendeiner Technik. Das Aufnehmen von anderen Menschen in Bild und Ton, ohne dass diese es bemerken, ist vor allem dann untersagt, wenn die Medien veröffentlicht werden. Da Ausnahmen aber bekanntermaßen die Regel bestätigen, gelten diese nur bei öffentlichen Versammlungen oder wenn Menschen im Hintergrund eines Bildes als Beiwerk auftauchen. Diese Tatsache ist für Google nichts Neues. Immerhin hat der Konzern auf YouTube ein Werkzeug installiert, welches automatisch Gesichter in hochgeladenen Filmen unkenntlich machen soll.

Wer sich bei der Thematik Datenschutz an Google und sein Street-View erinnert, hat nicht ganz Unrecht. Der Google-Dienst steht bis heute stellvertretend für Datenschutzprobleme und Googles groben Umgang mit Privatsphäre. Der Konzern hatte es verpasst, die Menschen frühzeitig über sein Produkt aufzuklären. Ähnliches geschieht derzeit mit Google Glass. Bisher geht das Unternehmen nicht auf die (berechtigte) Kritik ein. So muss der deutsche Pressesprecher alle Anfragen bezüglich Datenschutz an seine amerikanischen Kollegen weiterleiten. Doch es ist leider nicht gesagt, dass dort wirklich alle Anfragen auch beantwortet werden. So wollte sich Google dem Guardian beispielsweise gegenüber dazu nicht äußern.

Gerüchten zufolge soll die Datenbrille noch 2013 für weniger als 1.500 Dollar (1.150 Euro) auf den Markt kommen.

 

Über Nicole Winkler

Nicole ist eine der Mitgründerin von TechnologieJunkies. Heimliche Leseratte und Liebhaberin guter Filme und Serien. Mag Animes, Sushi und ist Fan der Kassel Huskies. Interessiert sich für das Gaming und allerlei technische Spielereien. Ursprünglich a bayrisches Madl, lebt und bloggt nun jedoch im schönen Kassel.

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