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Google Glass: neue Features sowie möglicher Preis und Release-Datum

Beta-Tester sollen für ihre Datenbrille Google Glass ein umfangreiches Update erhalten, teilte Google mit. Das Update, welches sowohl die Bedienung als auch zusätzliche Funktionen beinhaltet, soll in den nächsten Tagen verfügbar sein. Auch machen Gerüchte über einen möglichen Erscheinungstermin sowie Preis der Wunderbrille die Runde.

Wie Google gestern Abend auf Google+ mitteilte, sollen Inhaber einer Google Glass der Explorer-Edition in den Genuss eines umfangreichen Updates kommen. Durch das Update soll unter anderem der bereits auf der Augmented-Reality-Brille zum Einsatz kommende Dienst Google Now verbessert werden. Neue Karten sollen den Benutzer mit nützlichen Informationen versorgen, wie beispielsweise Erinnerungen an Restaurant-Reservierungen, Konzerte und Hotel-Buchungen. Auch sollen Anwender künftig die Möglichkeit haben, sich das Programm nahe gelegener Kinos anzeigen zu lassen oder sich über aktuelle Unwetterwarnungen und die Verkehrslage zu informieren. Am Interessantesten dürfte wohl aber sein, dass sich dank des Updates nun auch Apps von externen Anbietern via Sprachbefehl öffnen lassen. Den Anfang hierbei machen der Social Media-Dienst Path und die Anwendung Evernote, mit der sich Notizen, Dokumente und Fotos verwalten lassen. Mit dem Kommando „Post an Update“ wird Path gestartet und Evernote mit „Take a Note“. Weitere Sprachbefehle für andere Apps werden natürlich auch noch folgen. Auch das Anschauen von Videos wurde komfortabler gestaltet, indem man nun vor- und zurückspulen kann.

App soll Menschenleben retten

Ich möchte den nächsten Abschnitt gerne mit folgenden Fragen beginnen: Wie lang ist euer Erste-Hilfe-Kurs schon her? Wisst ihr im Notfall noch, wie ihr reagieren sollt? Wenn ihr die letzte Frage mit „Nein“ beantworten könnt, geht es euch wohl wie den meisten Leuten. Laut einer ADAC-Studie sind zwar 73 Prozent der Befragten bereit, bei einem Unfall erste Hilfe zu leisten, jedoch wüssten laut eigenen Angaben lediglich 33 Prozent, was in einem solchen Fall zu tun ist. Dadurch kommt  es leider auf deutschen Straßen zu dem Resultat, dass viele Autofahrer aus Angst, etwas falsch zu machen, erst gar nicht anhalten. Und genau an dem Punkt soll eine deutsche App greifen: „interactive rescue assistant“. Die Lebensretter-App soll quasi instruieren, was zu tun ist. Das Unternehmen aus dem Ruhrgebiet hat mit seinem Projekt den NRW-Innovationspreis gewonnen, welcher mit 250.000 Euro dotiert war.

Die Entwickler erklären auf ihrem Blog die Funktionsweise der Erste-Hilfe-App:

„Lebenswichtige Sofortmaßnahmen 
App und Datenbankanwendung in einem: Zentrale Funktionen der interactive rescue assistant-App sind einerseits Notruf und Standortübermittlung über GPS, Fotoübermittlung in Realzeit, Handlungsempfehlungen mittels visualisierter Erster-Hilfe-Maßnahmen und die Identifizierung des Unfallopfers aufgrund von Biodaten. Dabei übermittelt die App Informationen zu Standort und Identität. Für Erste-Hilfe-Maßnahmen fragt ein Expertensystem mit einer Abfolge definierter Fragestellungen den Zustand des Unfallopfers ab und spielt geeignete Maßnahmen ein.“

Wenn die App tatsächlich so funktioniert, wie sie angedacht ist, sorgt diese durch Instruktionen für die nötige Sicherheit, um die Hemmschwelle des Ersthelfers zu überwinden, während man auf professionelle Hilfe wartet. Ein weiterer Pluspunkt der Google Glass-App ist vor allem, dass man durch die Brille nicht in der Bewegung eingeschränkt ist – wie es beispielsweise der Fall wäre, wenn man via Smartphone von einem Sanitäter instruiert wird. Die Macher planen ihr Projekt speziell in Autohäusern anzubieten. Weiterhin ist beabsichtigt, die Idee zu adaptieren und so in den Bereichen Handwerk, Produktion, Security oder Pflege einzusetzen.

Zusatzakku für längere Laufzeit

Auch wenn es bisher noch keine kommerzielle Version der Computerbrille von Google gibt, kann man wohl davon ausgehen, dass die Akkulaufzeit kaum für den ganzen Tag reicht – müssen doch immerhin Kamera, Mobilfunktechnik, Rechner und Display mit Strom versorgt werden. Für dieses Problem hat sich Erfinder Kevin Alan Tussy einen zusätzlichen Akku einfallen lassen, der die Kapazität erhöht ohne den Tragekomfort zu stören. Wie auch bei Sportbrillen wird der Akku PWRGlass hinten an die Brillenbügel gesteckt und über den Nacken getragen. Der Zusatzakku sieht optisch sportlich modern aus und hat den positiven Nebeneffekt, dass die Google Brille kaum noch herunterfallen oder verrutschen kann. Bislang befindet sich PWRGlass jedoch noch in der Entwurfsphase. Ein in das Brillenband integrierter Lithium-Ionen-Akku mit mit 2.000 mAh soll für deutlich mehr Power sorgen und wird mit dem Mini-USB-Port der Wunderbrille verbunden. Außerdem möchte Tussy ein Speicherzusatzmodul entwickeln, da das Project Glass, wie die Brille auch genannt wird, mit nur 12 GB über verhältnismäßig wenig Speicherkapazität verfügt. Auch wenn der Zusatzakku keine schlechte Idee ist, bleibt es fraglich, wann und ob er jemals in Produktion geht.

PWRGlass

Datenbrille als Reiseführer

Die Einsatzmöglichkeiten von Google Glass sind bereits jetzt ziemlich umfangreich, doch wenn es nach Chris Goldswain geht, soll die Augmented-Reality-Brille bald auch über einen Travel Guide bzw. das Tourism Radio verfügen. Durch die Standortübertragung weiß die App, wo sich der Nutzer befindet und kann diesen mittels einer Art Radio mit relevanten Touristen-Informationen versorgen. Das Projekt wirbt auf Kickstarter um Sponsoren. Doch von den anvisierten 35.000 britischen Pfund ist Goldswain bislang noch meilenweit entfernt. Um ihn bei der Umsetzung zu unterstützen, verbleiben noch 22 Tage. Zum 2014 angedachten Start sollen die Städte New York, London, Rom, Paris, Barcelona, Berlin, San Francisco, Washington und Kapstadt in der Reiseführer-App eingespeist sein. Für die nächsten 18 Monate wurden weitere Städte angekündigt. Als Sprachen werden Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch unterstützt. Auch Interessierte, die nicht vorhaben, sich eine Google Glass zuzulegen, können für das Projekt spenden. In dem Fall gehen erhält man eine entsprechende Version der App für Android und iOS. Außerdem teilt Goldswain mit, dass eine Kooperation mit Renault vereinbart wurde, um den Audio-Reiseführer auch in deren Autos unterzubringen.

Preis und Termin

Wir können uns darauf freuen, dass der Suchmaschinengigant Google dieses Jahr noch mindestens zwei große Hardware-Neuheiten auf den Markt bringt. So soll neben dem Tablet Nexus 7 auch Google Glass noch vor Weihnachten erhältlich sein. Ein genaues Erscheinungsdatum ist allerdings nicht bekannt. Laut Analyse der Komponenten würde der Verkaufspreis bei rund 300 Dollar (225 Euro) liegen. Allerdings rechnen Marktbeobachter mit einem Preis von 500 bis 600 Dollar.

 

Über Nicole Winkler

Nicole ist eine der Mitgründerin von TechnologieJunkies. Heimliche Leseratte und Liebhaberin guter Filme und Serien. Mag Animes, Sushi und ist Fan der Kassel Huskies. Interessiert sich für das Gaming und allerlei technische Spielereien. Ursprünglich a bayrisches Madl, lebt und bloggt nun jedoch im schönen Kassel.

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