Google verbannt den CyanogenMod aus dem Play Store

Der Suchmaschinen-Riese Google informierte gestern die Macher des CyanogenMod, dass die App gegen die Geschäftsbedingungen verstosse und daher entfernt wurde. Das Entsetzen deswegen ist gross bei der Android-Community.



Nur gerade zwei Wochen lang war das Installationsprogramm für den CyanogenMod im Google Play Store zu haben – nun wurde es bereits wieder entfernt. Das Support-Team von Google Play kontaktierte die Entwickler erst darüber und wies sie darauf hin, dass sie gegen die Richtlinien des Unternehmens verstossen haben. Es wurde den Entwicklern überlassen, den CyanogenMod-Installer selbst aus dem Play Store zu nehmen oder dies durch einen Google-Mitarbeiter vornehmen zu lassen. Von Google wurde die Anwendung zwar als harmlos eingestuft, aber sie ermutige die Nutzer gegen die Garantiebedingungen ihrer Geräte zu verstossen, was einen Garantieverlust zur Folge hätte. Der CyanogenMod gehört mit über neun Millionen Nutzern zur beliebtesten Community-basierten Android-Distribution. Der Installer selbst verstösst allerdings nicht mal gegen die Geschäftsbedingungen, wohl aber sein Gebrauch. Der CM-Installer erleichtert lediglich die Installation der gleichnamigen Android-Alternative durch die Aktivierung vom Entwicklungs- und Debugging-Tool “ADB” auf Smartphones und Tablets. Das eigentliche Aufspielen des Mods lässt sich durch eine Software für Windows bewerkstelligen, ohne dass man sich erst einen Root-Zugang zum Gerät verschaffen muss. Nun muss der CyanogenMod-Erfinder Steve Kondik und sein Team den Mod also wieder ausserhalb vom Play Store über die eigene Webseite anbieten.

Schaffe, Schaffe, Zäunle baue?

Müssen wir uns nun langsam auch davor fürchten, dass Google einen Zaun um seine Festung baut, wie es bei Apple und iOS schon der Fall ist? Aus meiner Sicht sind das bereits die ersten Anzeichen dafür. Aber was hindert uns daran, den Mod nicht weiterhin zu downloaden? Genau – Nichts! Die Begründung für die Entfernung des Mods ist ausserdem mehr als fragwürdig, gibt es doch zahlreiche andere Apps im Play Store, die ein gerootetes Android voraussetzen. Für die Android-Alternative sprechen ausserdem der verbesserte Datenschutz, eine bessere Anpassbarkeit und viele weitere Funktionen. Zusätzlich lassen sich auch unerwünschte Anwendungen von Drittherstellern löschen, was sonst ja nicht immer möglich ist. Auch bei der Update-Politik hat Cyanogen die Nase vorn. Denn auch Geräte, welche von den Herstellern längst keine Updates mehr erhalten, werden mit Betriebssystem-Aktualisierungen versorgt.

Einschränkungen bei Browsern von Drittanbietern

Diese Woche machte Google zudem mit einer weiteren Einschränkung der Nutzerfreiheit Schlagzeilen. Mit Android 4.4 Kitkat ist es Nutzern nicht mehr möglich, Flash-Inhalte über Browser von Dritten abspielen zu lassen. Dies teilten die Entwickler des Webbrowsers Dolphin mit. Demnach wurden einige Schnittstellen aus der aktuellsten Android-Version entfernt. Bereits seit 2012 wird der Flashplayer nicht mehr offiziell unterstützt und deswegen aus dem Google Play Store entfernt.

Quelle: cyanogenmod.org

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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Ein Kommentar

  1. hi Marco,

    so unfair das Verhalten von Google ist, so einfach ist die Konsequenz:
    runter mit Googles Android und drauf mit CyanogenMod direkt von der Hersteller-Seite. So zeigt man Google die Krallen.

    Oder noch besser: runter mit Android und rauf mit Ubuntu for Phones.

    So zeigt man Google die Rote Karte.

    Von daher: ich grinse nur noch über solches unbeholfenes Verhalten von Google und ich nutze bereits keine Google-Services mehr. Wer bitte braucht Google??

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