Graphen-Kamerasensor – Bis zu 1000fach lichtempfindlicher

Wie man in letzter Zeit unschwer erkennen konnte, setzen die Smartphone-Hersteller immer mehr auf ihre eingebauten Kameras. Forscher aus der Nanyang Technological University in Singapur arbeiten nun an einem aus Graphen hergestellten Kamerasensor.

Die Hersteller von Handykameras konzentrieren sich meist nicht mehr auf die Erhöhung der Pixelanzahl, sondern auf deren Verfeinerung der Lichtempfindlichkeit und weiteren, der optischen Verbesserung, dienenden Innovationen. Ob nun das HTC One oder das Nokia Lumia 925, beide gelten als gutes Beispiel dafür.


Einer Gruppe von Forschern ist es nun gelungen, einen hochempfindlichen Sensor aus Graphen zu entwickeln, der neben normalem Licht auch Infrarotwellen aufnehmen kann. Dadurch werden riesige Einsatzmöglichkeiten von der Smartphonecam bis zur Satellitenkamera eröffnet. Der Graphensensor kann Licht 1.000-mal besser aufnehmen als herkömmliche Sensoren, er verbraucht dabei 10-mal weniger Energie und ist erst noch 5-mal günstiger bei der Herstellung als es die CMOS- und CCD-Sensoren sind. Dadurch, dass Graphen flexibler als Gummi sind, eine hohe Leitfähigkeit besitzen und sogar hitzebeständiger als Diamanten sind, werden die herausragenden physikalischen Eigenschaften immer offensichtlicher. Dieser krasse Fortschritt wird vor allem dank der innovativen Struktur des Sensors erreicht, bei dem es sich um einen sehr widerstandsfähigen Kohlenstoffverbundswerkstoff mit Wabenstruktur handelt. Mehr zum Aufbau findet ihr unter anderem in der Wiki.

graphen
Laut Assistenzprofessor Wang Qijie soll es zudem auch bei den Herstellern zu keinen grösseren Umstellungen im Produktionsbereich kommen. Denn das Design des Sensors wurde so angepasst, dass die Industrie beim derzeitig etablierten CMOS-Prozess einfach das Basismaterial durch das Graphenmaterial ersetzen kann. Es wird zwar bereits zusammen mit der Industrie an einem kommerziell nutzbaren Produkt gearbeitet, doch bisher steht noch kein Zeitfenster für eine Markteinführung offen.

Quelle: sciencedaily.com

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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