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Hyperloop: Reisen wir in Zukunft mit 1200 km/h durch die Röhre?

Heutzutage reisen wird mit Auto, Bus, Bahn, Flugzeug oder Schiff. Doch mit dem Hyperloop schiebt sich ein futuristisches Transportsystem in den Vordergrund – bereits ab 2018 sollen die ersten Passagiere mit rund 1200 km/h durch eine Röhre geschossen werden.

Beim Hyperloop handelt es sich um ein völlig neues Transport-System, das bereits im August 2013 durch Tesla-Gründer Elon Musk vorgestellt wurde. Wie das Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies (HTT) bekannt gab, wurde eine Konstruktionsgenehmigung für eine erste Teststrecke beim zuständigen Amt in Kings County beantragt. Als Testort wurde Quay Valley in Kalifornien ausgewählt.

Ihr kennt Quay Valley nicht? Dabei handelt es sich um eine Zukunftsstadt mit rund 75.000 Einwohnern, in der verschiedene Erkenntnisse zur modernen Stadtentwicklung geliefert werden sollen. Die sich in Planung befindende Stadt soll mittig zwischen Los Angeles und San Francisco liegen. Der dort benötigte Strom stammt dabei ausschließlich von Solarenergie. Zudem sind drei Resorts, eine Shoppingmall sowie ein Vergnügungspark geplant, wobei der Hyperloop in Quay Valley jährlich bis zu 10 Millionen Besucher transportieren soll. Gleichzeitig sollen dort auch die Effekte des innovativen Transportmittels auf die Gesellschaft erforscht werden.

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Wie der Hyperloop funktioniert

Für das zukunftsträchtige Projekt ist eine acht Kilometer lange Teststrecke geplant. Dort soll die Hyperloop-Kapsel mit rund 300 Stundenkilometern durch eine Röhre schießen – ähnlich wie bei der klassischen Rohrpost. Nun, die 300 km/h klingen eher unspektakulär, was allerdings der kurzen Teststrecke geschuldet ist. Später soll das futuristische Fortbewegungsmittel dann mit bis zu 1225 Stundenkilometerm durch die Röhre geschossen werden.

In zwei nebeneinander liegenden und teilvakuumierten Röhren sollen dann Kapseln nahezu reibungsfrei durch die Röhre geschossen werden. Der geringe Restanteil der Luft dient dabei als Luftpolster auf dem die Kapsel der Hyperloop schwebt. Für die Geschwindigkeit sorgen asynchrone Langstator-Linearmotoren – ähnlich wie bei Magnetschwebebahnen. Das Luftpolster wird dabei durch einen Kompressor erzeugt, der die Luft vorne an der Kapsel ansaugt und so den Abstand zur Rohrwand gewährleistet.

Ein wichtiger Punkt an dieser Stelle ist auch das Energiemanagement: Auf den Rohren des Hyperloops sollen Solarpanels angebracht werden und als Stützpfeiler sind Windräder geplant. Zusätzlich soll beim Abbremsen der Kapsel bis zu 60 Prozent der Energie wieder zurückgewonnen werden.

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Welche Vorteile bietet der Hyperloop?

Die hohe Reisegeschwindigkeit, die sich knapp über der Schallgrenze befindet, gilt sicherlich als größter Vorteil. Mit 1225 km/h könntet ihr in rund einer halben Stunde von Köln nach Berlin oder von München nach Hamburg reisen – Wahnsinn. Doch die neue Technologie soll auch mehr Sicherheit bieten als die Bahn und dazu noch erdbebensicher sein. Selbst das Wetter kann der nachhaltig und sparsam gebauten Hyperloop nichts anhaben.

Zudem sei die Infrastruktur der Hyperloop laut Elon Musk deutlich günstiger herzustellen, als sie für einen Hochgeschwindigkeitszug (350 km/h) zu Buche schlagen würde. Während beim herkömmlichen Zug pro Meile (1,61 Kilometer) Kosten in Höhe von 82,5 Millionen US-Dollar anfallen, sind es beim Hyperloop gerade mal 20 Millionen US-Dollar für dieselbe Distanz. Die Theorie klingt bis hierhin schon mal gut – nun sollen bald schon die ersten Praxistests erfolgen.

„Bald“ heißt in diesem Sinne, dass bereits im nächsten Jahr die ersten Kapseln durch die bis dahin fertiggestellte Röhre katapultiert werden sollen. 2018 sollen dann bereits erste Testfahrten mit Personen möglich sein. Bei erfolgreichem Verlauf der Tests, soll sich die Hyperloop-Strecke möglichst bald durch die komplette USA ziehen und wichtige Städte miteinander verbinden. Für den regionalen Flugverkehr könnte der Hyperloop fatale Folgen haben, die Umwelt hingegen hätte dies große Vorteile.

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Noch befindet sich das ganze Projekt in einem frühen Stadium und bereits kleine Zwischenfälle könnten massive Verzögerungen hervorrufen. Dennoch handelt es sich beim Hyperloop um ein äußerst faszinierendes Projekt, das früher oder später wohl nicht nur bei Technik-Interessierten die Aufmerksamkeit erlangen wird.

Via: TechCrunch

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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