Lernstift – Der intelligente Stift, der bei Fehlern vibriert

Zwei Deutsche haben auf Kickstarter ein interessantes Projekt gestartet, bei dem es um die Finanzierung eines Stifts geht, der mittels Vibration auf Fehler aufmerksam macht. Der Lernstift soll Kindern dabei helfen ihre Fehler zu erkennen und zu korrigieren.



Die Erfindung der Schrift gilt als eine der wichtigsten Errungenschaften der Zivilisation und ihre Geschichte reicht bis weit vor die ägyptischen Hieroglyphen und weltweiten Höhlenmalereien zurück. So werden die wohl ältesten Schriftfunde ins 4. Jahrtausend vor Christus datiert. Doch wo gehobelt wird, fallen auch Späne und so gibt es seit der Entstehung der Schrift auch immer wieder Probleme mit der Rechtschreibung. Da kommt die Idee von zwei Deutschen gerade recht: Sie haben einen Stift entwickelt, der auf Fehler aufmerksam macht – den Lernstift. Das intelligente Schreibwerkzeug soll durch die Vibration lediglich den Hinweis geben, dass das Wort falsch geschrieben ist, jedoch noch keinen Lösungsvorschlag, was falsch ist, geben. So soll der Nutzer des Stifts dazu animiert werden, sich noch einmal Gedanken um das Wort zu machen. Entstanden ist die Idee für den Lernstift, durch eine ganz alltägliche Situation, die vor allem Eltern wohl nur all zu gut kennen: Der Sohn des Lernstift UG-Gründers machte eine Reihe von Fehlern in seinen Hausaufgaben und seine Frau kam auf den Gedanken, dass es einen Stift geben sollte, der bei einem gemachten Fehler Rückmeldung gibt. Falk Wolsky erkannte sofort das Potenzial der Idee und begann sie zu verwirklichen.

lernstift1lernstift

 

 

 

 

 

 

Zwei Funktionen

Der Lernstift verfügt über zwei Modi, einmal den Orthographie-Modus, bei dem Rechtschreibfehler erkannt werden und einmal den Kalligraphie-Modus, bei dem auf Schönschrift geachtet wird. Im Rechtschreib-Modus vibriert der Stift bei einem falsch geschriebenen Wort einmal. Doch er achtet nicht nur auf korrekt geschriebene Wörter, sondern auch auf Grammatik-Fehler. Erkennt er einen im geschriebenen Satz, vibriert er zweimal. Befindet sich das Schreibwerkzeug im Schönschreib-Modus, so vibriert er einmal, wenn ein Schriftzeichen falsch oder unleserlich geschrieben wurde. Im Gegensatz zu anderen digitalen Stiften braucht der Lernstift kein besonderes Papier. Er braucht nicht einmal eine feste Unterlage, da man mit ihm sogar in der Luft „malen“ kann und er selbst dort in der Lage ist Schrift, Gesten und Symbole zu erkennen.

Die Technik im Stift

Ihr fragt euch nun sicherlich, wie der Lernstift überhaupt die gemachten Fehler erkennen und so darauf aufmerksam machen kann. Das Ganze ist mithilfe einer Bewegungserkennung und eines eingebauten Mini-Computers möglich. Bei dem im Stift verbauten Mini-Computer handelt es sich quasi um ein „nacktes“ Smartphone, bei dem alles Unnötige (Bildschirm, GSM-Modul, etc.) weggelassen wurde. Ein kleiner Linux-Chip sorgt dafür, dass alles richtig erkannt wird, das System basiert auf Gumstix Overo. Um die Bewegungen richtig zu erkennen, wird auf eine Kombination aus Gyroskop und Beschleunigungssensor gesetzt. Dank eines eingebauten WLAN-Moduls lässt sich der Stift auch mit einem PC, Smartphone oder Tablet verbinden. Dadurch kann man z. B. die Software updaten oder neue Sprachen hinzufügen. Zu Beginn soll der Lernstift übrigens mit Deutsch und Englisch starten, für die Zukunft sind aber noch zahlreiche andere Sprachen in Planung. Ferner soll das intelligente Schreibwerkzeug über eine Status-LED-Anzeige verfügen. Des Weiteren sind auch Apps für den Stift geplant.

lernstift4 lernstift2

 

 

 

 

 

 

Der Stift für alle Fälle

Der Lernstift soll der Stift für den ganzen Tag und alle möglichen Schreibarbeiten sein, daher verfügt er über drei verschiedene Aufsätze: So kann man ihn als Bleistift, Kugelschreiber und Füller nutzen. Um sowohl Mädels als auch Jungs anzusprechen, wird der Stift in zwei Farbvarianten erhältlich sein, nämlich in Lila und Blau.

lernstift3

 

Revolution des Lernens?

Heutzutage wird sowohl in der Schule als auch zu Hause immer mehr auf neue Informationstechnologie und Gadgets gesetzt, Schiefertafeln gehören schon lange der Geschichte an. Aber auch das gute alte Schulheft wird immer mehr durch digitale Whiteboards in Schulen und Tablets ersetzt. Der Lernstift ist die ideale Verbindung zwischen analogem Lernen und digitalen Lernmethoden. Mit ihm schreiben Schüler weiterhin mit Bleistift oder Füller in ihr Heft, während das Geschriebene gleichzeitig weiterverarbeitet werden kann. So könnten Lehrer direkt sehen, was die Kinder schreiben. Derzeit wirbt das Start-up-Unternehmen auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter um Spenden. Es bleiben noch 17 Tage übrig, um das Projekt zu unterstützen und die anvisierten 120.000 Pfund zu erreichen. Bislang wurden 22.000 Pfund für den intelligenten Stift gespendet.

 

Quelle: lernstift.com

 

Über Nicole Winkler

Nicole ist eine der Mitgründerin von TechnologieJunkies. Heimliche Leseratte und Liebhaberin guter Filme und Serien. Mag Animes, Sushi und ist Fan der Kassel Huskies. Interessiert sich für das Gaming und allerlei technische Spielereien. Ursprünglich a bayrisches Madl, lebt und bloggt nun jedoch im schönen Kassel.

Ebenfalls interessant

Tech Tats: Tattoos messen künftig verschiedene Körperfunktionen

Facebook Twitter Google+ Pinterest Pocket Facebook Twitter Google+ Pinterest LinkedIn Digg Del StumbleUpon Tumblr VKontakte …

2 Kommentare

  1. Die Idee des Lernstiftes finde ich genial! Der Stift erspart Schülern, Lehrern und Eltern Zeit und Anstrengung. Solange nur auf Fehler hingewiesen, aber keine fertigen Lösungen geliefert werden, wird auch der Lerneffekt vorhanden sein, da man doch noch selber überlegen muss! Toll!

  2. Eine gute, revolutionäre Idee. Doch bis er für den „normalen“ Kunden erschwinglich wird, wird es wohl auch noch etwas dauern…

Kommentar verfassen