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Lichtbasierter Prozessor könnte zu ultraschnellen Computern führen

Amerikanischen Wissenschaftlern ist in der Chip-Forschung der Durchbruch gelungen. Sie entwickelten einen Mikrochip, der auf Licht statt auf Elektrizität setzt und damit gegenüber herkömmlichen Prozessoren deutlich höhere Bandbreiten aufweist.

Jedes Mal wenn ich über einen neuen Prozessor schreibe, erinnere ich mich an meinen ersten Rechner. Darin befand sich ein Pentium III-SoC mit 500 MHz – damals (vor über 15 Jahren) quasi das Nonplusultra bei den Chips – heutzutage würde dieses Ding wohl kaum mehr eine Anwendung zum Laufen bringen. Forscher der University of Colorado, der University of California sowie dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben nun einen aus 70 Millionen Transistoren bestehenden Mikrochip entwickelt, der den Datenaustausch per Licht statt Elektrizität abwickelt. Eine Technologie die zwar nicht völlig neu ist, aber im Vergleich zu ähnlichen Chips deutlich mehr Leistung erbringt. Der vom Forscher-Verbund neu entwickelte Prozessor kommt nämlich auf eine Bandbreitendichte von 300 Gigabits pro Sekunde pro Quadratmillimeter. Dies entspricht der 10 bis 50-fachen Geschwindigkeit eines herkömmlichen Mikroprozessors – dies bei gleichzeitig geringerem Energieverbrauch.

Der neue Chip ist dank 850 optischen Ein- und Ausgängen in der Lage, ohne Umwege mit der Außenwelt zu kommunizieren. Der Datenaustausch zwischen mehreren Mikrochips kann so vollständig auf optischer Ebene erfolgen. Der Vorteil von lichtbasierten Mikroprozessoren liegt hauptsächlich bei der Vielzahl gleichzeitig möglicher Datenströme. Beim aktuellen Prototyp wird Infrarotlicht über optische Kabel geführt, um die Daten zu übertragen. Infrarotlicht hat den Vorteil, dass es durch seine geringe Wellenlänge sehr hohe Bandbreiten zulässt.

Noch ist diese neue Technologie nicht reif für den Massenmarkt. Früher oder später aber könnten lichtbasierte Prozessoren zu deutlich leistungsstärkeren Rechnern und Servern beitragen. Die Technologie des lichtbasierten Mikroprozessors wurde zudem so angepasst, dass sie sich leicht in die heutigen Herstellungsprozesse der CMOS-Technologie integrieren lässt, dadurch dürften sich wahrscheinlich auch die Kosten in Grenzen halten.

lichtbasierte cpu
Nahansicht des lichtbasierten Mikroprozessors

Quelle: Colorado.edu Via: PCWorld

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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