Lithium-Ionen-Akku richtig laden: Tipps für eine lange Lebensdauer

Lithium-Ionen-Akkus in iPhones, iPads oder sonstigen mobilen Begleitern gehören meist zur Schwachstelle des Systems. Mit der richtigen Pflege und dem korrekten Umgang kann sich die Lebensdauer aber beträchtlich verlängern. Wir präsentieren euch einige Fakten dazu, was ihr tun solltet und was vermieden werden sollte im Umgang mit den kleinen Energiespeichern.

Ein Lithium-Ionen Akkumulator (auch Li-Ion-Akku, Li-Ion-Sekundärbatterie oder Lithium-Akkumulator) weist im Vergleich zu anderen Akkutypen eine besonders hohe Energiedichte auf. Schnell gesagt heisst dies, dass ein solcher Akku bei gleichbleibender Grösse eine höhere Ladekapazität (in mAh) aufweist, als dies bei anderen Akkus der Fall ist. Zu den positiven Eigenschaften gehört auch der nicht vorhandene Memory-Effekt. Aufgrund dessen werden Li-Ion-Akkus hauptsächlich bei tragbaren Geräten eingesetzt, die einen hohen Energiebedarf besitzen. Dazu gehören jedoch nicht nur Smartphones oder Tablets, sondern auch Taschenlampen, Handheld-Konsolen, Digitalkameras und Camcorder. Auch bei elektrischen Gartengeräten, Elektrowerkzeugen wie Akkuschraubern, bei Elektroautos oder im Flugmodellbau werden solche Akkus bevorzugt. Es sind nahezu grenzenlose Einsatzmöglichkeiten möglich und dennoch beschweren sich vor allem Handy-, Tablet- und Laptop-Besitzer über die geringe Akkuleistung. Tipps, um die Kapazität zu erhöhen, ohne dass ein Zusatz-Akku her muss, können wir euch keine geben, dennoch gibt es ein paar Tricks, mit denen ihr zumindest die gewohnte Akku-Laufzeit lange behalten könnt.

Akku nie vollständig entladen lassen

Den Begriff „Memory Effekt“ haben wohl die meisten schon im Zusammenhang mit Akkus gehört. Während dieser bei älteren Nickel-Cadmium- bzw. Nickel-Metallhydrid-Akkumulatoren noch ein steter Begleiter war, solltet ihr den Begriff im Zusammenhang mit heutigen Li-Ion-Akkus schnell wieder vergessen (einzige Ausnahme bilden hier jedoch Spezial-Batterien aus der Autoindustrie). Lithium-Ionen-Akkus merken sich den letzten Ladestand nicht mehr, sodass ihr vor dem Aufladen nicht immer auf die vollständige Entladung eures Akkus warten müsst.

Bei Li-Ion-Akkumulatoren kann häufiges vollständiges Entladen (Tiefentladung) gar schädliche Auswirkungen auf die Lebensdauer haben. Dennoch empfehlen Hersteller wie Apple beispielsweise, dass der Akku einmal im Monat zwecks Kalibrierung der Ladestandsanzeige vollständig entladen und anschliessend geladen werden sollte. Empfohlen wird, den Akku stets zwischen einem Ladezustand von 20% und 80% zu belassen. Da dies aber für die Meisten ein Ding der Unmöglichkeit ist, reicht es vollkommen aus, wenn der Akku vollständig aufgeladen wird, sobald er die 20% unterschritten hat.

Akku zu lange aufgeladen? Kein Problem!

Was ebenfalls früher noch ein Problem war, wird heutzutage durch moderne Ladeelektronik geregelt. Sei es Überladung, Überhitzung oder gar einen Kurzschluss gibt es im Normalfall also nicht mehr. Die Elektronik versucht den Akku stets mit dem optimalen Ladestrom zu versorgen, um ihn so wenig wie nötig belasten zu müssen. So darf ein elektronisches Gerät problemlos eine ganze Nacht lang an der Steckdose hängen, ohne einen Schaden davon zu tragen.

In diesem Zusammenhang gibt es einen weiteren Mythos: Durch das lange Aufladen werden automatisch mehr Ladezyklen verbraucht, da der Akku beim Unterschreiten eines gewissen Ladestandes (meist 95%) erneut aufgeladen wird. Dies stimmt nicht! Fakt ist, dass alle Akkus eine gewisse Anzahl an Ladezyklen besitzen, bis die Ladekapazität merklich abnimmt. Ein Ladezyklus beinhaltet allerdings eine vollständige Auf- und Entladung und von diesen sollten moderne Akkus locker 800 bis 1.000 Ladevorgänge verkraften, bis die Ladekapazität unter 80% sinkt. Ladet ihr also einmal den Akku von 50% auf 100%, so entspricht dies nicht einem vollen, sondern einem halben Ladezyklus.

Muss der Akku erst an den Betrieb gewöhnt werden?

Wer ein neues Endgerät im Elektronik-Fachhandel erwirbt, wird meistens vom Verkäufer auf die Akku-Konditionierung angesprochen, um den Akku zu trainieren. Gemeint ist damit, dass der Akku zu Beginn wiederholt mehrmals auf- und wieder vollständig entladen werden muss, damit er seine volle Ladekapazität entfalten kann. Auch wenn dies in so manchem Benutzerhandbuch steht und dort teilweise Zeitangaben einer Ladedauer von unzähligen Stunden angegeben werden, würde ich nun einfach mal behaupten, dass dies bei Lithium-Ionen-Akkus nichts bringt.

Angenommen, man hängt sein Smartphone bei der ersten Ladung über 10 Stunden an das Netz, dann wird der Ladezustand des Geräts wahrscheinlich gar mehrmals unter die „95%“-Schwelle fallen und erneut aufgeladen. Eine Einarbeitung des Akkus bringt in diesem Fall also nichts. Diese „Denkweise“ hat wohl einfach noch mit den früheren Nickel-Cadmium-Akkus zu tun, da diese mit einer Komplett-Aufladung von 0% auf 100% wieder auf ihre volle Leistung gekommen sind. Wenn also etwas bei der ersten Benutzung kalibriert werden muss, ist es nicht der Akku selbst, sondern die Ladeelektronik sowie die Software.

Stets für eine optimale Temperatur sorgen

Was wir Menschen nicht mögen, mag auch ein Akku nicht. Kinder, Tiere und elektronische Geräte, sollte man daher nicht im Auto lassen, wenn draussen die Sonne draufknallt. Da hilft es auch nicht, wenn ihr das Fenster einen Spalt „zur Kühlung“ geöffnet lässt.

Wer sein Gerät per Induktion aufladen kann, sollte dies wenn möglich ebenfalls vermeiden. Diese Funktion ist zwar äusserst praktisch, heizt den Akku allerdings unnötig auf und verringert so seine Lebensdauer.

Ein Akku bevorzugt eine Betriebstemperatur zwischen 10 und 25 Grad. Wer beispielsweise sein Smartphone auflädt und währenddessen prozessorintensive Apps verwendet, verleiht dem Akku einen regelrechten Hitzeschock, was sich ebenfalls mit einer geringer werdenden Lebensdauer bemerkbar machen kann. Daher gilt: Hängt euer Smartphone oder Tablet an der Steckdose, solltet ihr auf grafikintensive Spiele oder ähnliche Apps verzichten.

Langzeitlagerung

Benutzt ihr euer Gerät über mehrere Monate nicht, dann solltet ihr den Akku auf einen Ladestand von ca. 50% bringen. Wird die Batterie nämlich vollständig entladen, kann die Entladung so weit absinken, dass die Batterie anschliessend keine Ladung mehr aufnehmen kann. Bei einem voll aufgeladenen Akku wiederum kann dies zu einem Verlust der Ladekapazität führen. Die Lithium-Ionen-Akkus unterliegen einem normalen Alterungsprozess, dessen eingebaute Elektroden mit der Zeit beginnen zu oxidieren. Je höher die Aussentemperatur, desto mehr wird dieser Prozess beschleunigt, eine Lagerungs-Temperatur zwischen 0 bis 15 Grad ist daher am sinnvollsten. Eine Aufbewahrung von Li-Ion-Akkus im Kühlschrank ist daher gar nicht so abwegig.

 

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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