Redtube: Über 10.000 von Porno-Abmahnung aufgrund Streaming betroffen

Viele Nutzer des Erotik-Portals „Redtube“ bekamen in den letzten Tagen peinliche Post. Absender ist eine Anwaltskanzlei aus Deutschland. Stellt sich nun die Frage, wie die Anwälte an die Adressen kamen und wieso Streaming eine strafbare Handlung darstellt.

Das im Jahre 2007 gegründete Redtube.com dürfte eine der grössten Pornotube-Webseiten im Internet sein. Redtube, mit Sitz in Houston in Texas, besitzt unter anderem Server in San Francisco und New Orleans. Derzeit macht eine Nachricht rund um das Portal im Netz die grosse Runde. Was sich erst als eine einzelne Porno-Abmahnung abgetan hat, entpuppte sich als ausgewachsene Abmahnwelle. Tausende Nutzer wurden wegen des Konsums von Pornofilmen, welche angeblich illegal hochgeladen wurden, abgemahnt. Verantwortlich für diese Abmahnungen ist die Regensburger Anwaltskanzlei Urmann + Collegen, welche bereits in Vergangenheit für die Abmahnung zahlreicher Inhaber von pornografischer Werke verantwortlich war. Betroffene melden, dass sie einen Betrag in Höhe von 250 Euro zahlen sollen. Diese beinhalten 149,50 Euro Rechtsanwaltgebühren, eine Pauschale von 20 Euro für Post und Telekommunikation sowie weitere 15,50 Euro als Schadenersatz und 65 Euro an Aufwendungen für die Ermittlung. Der Streitwert liegt bei 1080,50 Euro. Das Streaming (nicht der Download) folgender Filme wurde derzeit abgemahnt: „Miriam’s Adventures“, „Hot Stories“, „Amanda’s Secret“ und „Dream Trip“. Laut der Kanzlei Wilde Beuger Solmecke begeht man mit dem Anschauen solcher Filme nicht automatisch eine Straftat:

„Aus unserer Sicht haben die Nutzer hier keine Straftat begangen. Anders als es zum Beispiel bei Kino.to der Fall war, werden die Filme auf Redtube nicht offensichtlich rechtswidrig (im Sinne des Urheberrechts) verbreitet. Sofern also beim Anschauen der Filme überhaupt eine Kopie auf dem eigenen Rechner erfolgt, ist diese als legale Privatkopie gemäß § 53 Urheberrechtsgesetz einzustufen. Hinzu kommt, dass die einzige Kopie, die hier überhaupt angefertigt wird, lediglich in einer wenige Sekunden langen Zwischenspeicherung im flüchtigen Zwischenspeicher des Computers (RAM) besteht. Solche Kopien sind meiner Meinung nach gemäß § 44a Urheberrechtsgesetz erlaubt.“

Wie die Kanzlei an die IP-Adressen kam, steht noch offen

Zudem sei noch völlig offen, wie die Kanzlei überhaupt an die IP-Adressen der Nutzer dieses Streaming-Portals gekommen ist. Man könne jedoch davon ausgehen, dass die Plattform selber dafür verantwortlich ist. Allerdings wird auch vermutet, dass die Daten von einer Vertipper-Domain wie Redtube.net aufgezeichnet und Dritten zugänglich gemacht wurden. Dies deutet deswegen darauf hin, da gewisse User in ihrem Verlauf zwar eine Vertipper-Adresse haben, nicht aber die Original-Domain. Andere wiederum berichten gar von Malware, welche für die Weiterleitung auf Redtube.com verantwortlich ist. Allerdings spricht hierbei dagegen, dass bei der Geltendmachung von Auskunftsansprüchen beim Landgericht Köln genaustens dargelegt werden muss, woher diese IP-Adressen stammen.

Deutschland weltweit an der Spitze im Porno-Konsum

Laut einem Bericht von Golem.de liegt der Anteil an Klicks auf pornografischen Webseiten in Deutschland bei rund 12,5 Prozent. Deutschland liegt damit im Vergleich zu andern Ländern wie Spanien (9,6%), Grossbritannien (8,5%) oder der USA (8,3%) einsam an der Spitze. Weltweit liegt der Durchschnitt an Porno-Visits bei ca. 7,7 Prozent. Zu den Top 5 Seiten gehören Xhamster, Youporn, Xvideos, Pornhub und Redtube.

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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