Sesame: Das Smartphone lässt sich mit dem Kopf steuern

Das Startup-Unternehmen Sesame Enable sucht aktuell auf Indiegogo nach Unterstützern. Das Projekt umfasst ein Smartphone, welches sich berührungsfrei bedienen lässt und speziell für Menschen mit körperlichen Behinderungen entwickelt wurde.

Früher waren es Tasten, heute die Touchscreens, mit denen wir unsere Smartphones steuern. Doch für Menschen, die aufgrund einer körperlichen Behinderung nicht in der Lage sind ihre Hände zu nutzen, war dies eine Neuerung ohne Nutzen. Die einfachsten Dinge werden so zur Herausforderung oder gar unmöglich. Genau an diesem Punkt will das Startup-Unternehmen Sesame Enable mit einem neuen Projekt ansetzen und hat mit Sesame ein Smartphone explizit für Menschen gebaut, welche ihre Hände nicht mehr einsetzen können. Das Sesame wird als das weltweit erste berührungsfreie Smartphone beworben und eignet sich unter anderem für Menschen, die unter einer der folgenden Erkrankungen leiden: Rückenmarkverletzung, zerebraler Kinderlähmung, Muskeldystrophie, amyotrophe Lateralsklerose, Multiple Sklerose, Arthritis und mehr. Das Sesame ist im Grunde genommen ein modifiziertes Nexus 5, welches Kopfbewegungen des Nutzers erfassen und in Befehle umsetzen kann. Dies geschieht über die Frontkamera, welche dank der Gesichtserkennung bereits kleinste Kopfbewegungen erfassen kann. Durch die entsprechende Neigung des Kopfes und der Blickrichtung lässt sich der Cursor auf dem Display bewegen. Mit dem Sprachbefehl „Open Sesame“ aktiviert der Nutzer das Smartphone. Neigt der Nutzer nun seinen Kopf nach rechts, wird sich der Cursor in diese Richtung bewegen. Sobald der Anwender seine Kopfbewegung stoppt, öffnet sich automatisch ein Navigationsmenü. Darüber lassen sich Apps öffnen und schliessen sowie Wischbewegungen ausführen. Wie ihr anhand des am unteren Ende befindlichen Videos erkennen könnt, ist die Entwicklung bereits so weit fortgeschritten, dass sogar das Spielen von Angry Birds möglich wird.

sesame-features

Sesame Enable ist bestrebt, seine Technologie weiter voranzutreiben und zu verfeinern. Geplant ist zudem eine SDK, um weitere Unternehmen und Entwickler zur Programmierung von Apps zu animieren, welche über die Bewegung des Kopfes gesteuert werden können. Ein unterstützenswertes Projekt, dem ich absolut die Daumen drücke, dass die Finanzierung erfolgreich verläuft. Über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo (siehe Quellenverlinkung) wurden bisher von insgesamt 30.000 US-Dollar bereits über 12.000 US-Dollar gesammelt. Bis zum 11. Dezember bleibt euch noch Zeit in das Projekt zu investieren. Wenn ihr Interesse an einem Sesame Phone haben solltet, werden insgesamt 700 US-Dollar fällig, wobei 350 US-Dollar davon jetzt und die restlichen 350 US-Dollar zum Auslieferungszeitpunkt Ende März 2015 beglichen werden müssen. Wenn man bedenkt, dass dadurch ein Mensch wieder ein Stück Selbstständigkeit zurückerlangen kann, ist dies gut investiertes Geld.

Geschichte von Sesame

Interessant an dieser Stelle zu erwähnen ist wohl auch die Geschichte, wie die Entwickler überhaupt darauf kamen, ein solches Smartphone zu entwickeln. Alles begann eines Tages im israelischen Fernsehen, als dort Oded Ben Dov ein Computerspiel vorstellte, welches sich ausschliesslich mit verschiedenen Kopfbewegungen steuern liess. Daraufhin bekam Ben Dov einen Anruf von Giora Livne, einem ehemaligen israelischen Marinesoldaten und Elektro-Ingenieur, welcher seit rund sieben Jahren querschnittsgelähmt und deshalb auf den Rollstuhl angewiesen ist. Livne bat den jungen Israeli sein Wissen über die Gestenerkennung zu verwenden, um ein berührungsfreies Telefon zu entwickeln. Zwei Jahre hat es nun gedauert, bis Sesame fertiggestellt wurde und ich schätze, das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie ihr im folgenden Video sehen werdet.

Quelle: Sesame Enable Via: Indiegogo

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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