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SimCity – 10 Jahre später…

„Endlich!“, sagten sich bestimmt viele SimCity-Fans, als an der Game Developers Conference in San Francisco das neue SimCity von Maxis vorgestellt wurde. Seit dem 7. März 2013 ist SimCity nun auch endlich! 😉 bei uns im Handel erhältlich.



Unter Fans wird meist der Name „SimCity 5“ verwendet, da es sich um den fünften Hauptteil von der erfolgreichen SimCity-Reihe handelt. Von offizieller Seite aus wird aber der Name: Sim City dafür verwendet. Doch beim Start des Spiels wurden ganz böse Erinnerungen wach an das vergangene Release von Diablo 3 am 15. Mai 2012. Leider erging es SimCity auch nicht viel anders wie vielen anderen Vertretern grösserer Games in Hinsicht auf den Game Launcher. Denn von den neun verfügbaren Servern waren fast alle entweder voll oder überlastet. Hatte man dann doch das Glück und konnte eine Verbindung zu einem der wenigen Servern herstellen, so blieb man spätestens beim Erstellen einer Stadt hängen. Gerade mal 60 Minuten haben wir es geschafft SimCity anzutesten am Release-Tag.

 

sim city server
Die Vorfreude war gross, der Frust umso grösser bei diesem Anblick.

 

Durch die Abschaltung von einigen Features im Spiel und das Hinzufügen von Servern wurde die Spielqualität in den letzten 2-3 Tagen nun aber deutlich verbessert. Waren es am 7. März lediglich 9 Server, so sind es mittlerweile bereits 23 + 1 Testserver. Electronic Arts, wieso nicht gleich so? Zudem ist mir aufgefallen, dass zwischen der Lamatempoeinstellung und dem Gepardentempo kein Unterschied besteht. Ob es sich dabei um einen Bug handelt oder ob dies eine weitere Funktion ist die aufgrund der Serverproblemen deaktiviert wurde sei dahingestellt. Wenigstens halten uns die Macher von SimCity auf Twitter stets auf dem Laufenden. Als Wiedergutmachung wurde den Spielern ein kostenloses Spiel von Electronic Arts versprochen, welches das sein wird, steht allerdings noch in den Sternen.

Gameplay:

Obwohl ich noch immer von diversen Serverausfällen geplagt wurde, konnte ich es ein wenig auf Herz und Nieren testen. Viele Fans beschweren sich über den Onlinezwang der beim neuen SimCity besteht. Auch ich persönlich finde den wenig sinnvoll, da es ein Offlinespiel mit integriertem Onlinemodus auch getan hätte, aber was man nicht alles für den Kopierschutz macht. Nun gut, lassen wir mal die Serverprobleme und den Onlinezwang hinter uns, begeben wir uns also ins Herz des Spiels, das Gameplay.

Hat man nun einen Ort für seine zukünftige Stadt festgelegt, so kann man gleich drauf los bauen. Allerdings fällt einem schnell auf, dass die bebaubare Fläche gegenüber dem Vorgänger SimCity 4 um ein Vielfaches verringert wurde. Maxis gibt als Grund die Hardware an, so soll es auch Spielern möglich sein SimCity zu spielen, welche einen MidClass PC besitzen, hat uns aber versprochen daran zu arbeiten und die Karte zukünftig zu vergrössern. So war mein erstes Stadtgebiet bereits nach wenigen Stunden vollständig zu gepflastert und es gab keinen Platz mehr auf der Map. Erreichte Einwohnerzahl: Knappe 200.000 Einwohner.

Nun begeben wir uns aber erst mal wieder an den Anfang einer Stadt. Nach vollendetem Ladebildschirm musste ich als erstes eine Verbindung zur bestehenden Autobahn hinzufügen, welche die verschiedenen Städte in der Region unter sich verbindet. Hier machte sich schon gleich die nächste massgebende Neuerung in SimCity bemerkbar. Kurven! Ob nun kreisförmig, halbkreisförmig oder rhombusartige Strassen, fast alles ist möglich. Bleibt aber zu erwähnen, dass die Rasterbauweise am platzsparendsten ist und Platz ist ja wie oben schon erwähnt ein nicht zu unterschätzendes Thema.

Nachdem man nun die ersten Wohn-, Gewerbe-, und Industriegebiete zugewiesen hat, eröffnen sich bald diverse Baustellen und die ersten Sims (so werden die Leute in SimCity genannt) ziehen in ihre Häuser ein. Aber Achtung, gleich zu Beginn sollte man erstmals ein Auge auf die Windrichtung werfen, sonst ist es schnell passiert, dass die Sims beim Lüften ihrer Bleibe Rauchschwaden von der naheliegenden Industrie in ihrem Wohnzimmer haben und das wollen wir ja nicht oder? Die Gebietszuteilung ist mittlerweile übrigens kostenlos geworden und man hat sich auch vom Kachelsystem entfernt, was eine kleine aber nette Änderung ist.

Mit dem eintretenden Wachstum der zukünftigen Stadt steigt auch schnell das Interesse der Sims beispielsweise an einer örtlichen Feuerwehr, einer Polizeiwache, sowie an öffentlichen Schulen. Womit wir schon bei der nächsten Neuerung sind, denn hier gab es eine massive Änderung im System. Vor Erscheinen von SimCity 5 musste ein grosser Teil der Stadt mit Schulen, Polizei- sowie Feuerwachen, um mal ein paar Beispiele genannt zu haben, zu gepflastert werden. Nun lassen sich sämtliche Einrichtungen ausbauen und erweitern, um Platz zu sparen und Platz ist im neuen SimCity ja ein kostbares Gut. Die Gebietseinschränkung wurde zudem auch aufgehoben, so dass nun beispielsweise auch Brände im Süden gelöscht werden, während sich die Feuerwache im Norden befindet. Es dauert allerdings logischerweise einfach länger bis der Löschwagen am Einsatzort ist und bei dichtem Verkehr ist die Gefahr gross, dass das Gebäude vor eintreffen der Feuerwehr bereits lichterloh brennt.

sim city stadt nacht
SimCity-Stadt bei Nacht

Um nochmal auf die Platzprobleme einzugehen, die ich hier in diesem Artikel immer wieder erwähne, da hat Maxis wohl das Hauptaugenmerk auf die Region und nicht die einzelne Stadt gelegt. Denn durch die deutlich verbesserte Zusammenarbeit unter den Städten einer Region ist es möglich reine Industrie-, Wohn- oder auch Kulturstädte zu erstellen. Durch die neu eingefügten Spezialisierungen ergibt sich auch die Möglichkeit ein Öl-Imperium aufzubauen oder man entwickelt die Stadt zu einer Kasino- oder Handelsstadt. Es werden einem kaum Grenzen gesetzt durch die verschiedenen Bereicherungen die geboten werden, abgesehen vom geringen Platz zum Bauen und natürlich dem nicht allzu grossen Budget.

SimCity-Stadt bei Tag
SimCity-Stadt bei Tag

Auch am Realismus wurde einiges gearbeitet, durch Regen beispielsweise wird das Grundwasser aufgefüllt, wobei ich trotzdem nach relativ kurzer Zeit schon vor massiven Wasserproblemen stand. Da sind noch Verbesserungen nötig, vor allem wenn man eine Stadt in Flussnähe hat sollten dort keine Wasserprobleme auftreten. Auch die Windstärke ist veränderlich, so dass es zu massiven Versorgungsproblemen kommen kann wenn man vollständig auf Windkraftwerke gesetzt hat während nur ein laues Lüftchen weht. Genau dasselbe gilt auch bei einem Sonnenkraftwerk, bei dem es eine maximale Energieproduktion gibt, welche aber täglich variieren kann.

 

Fazit:

Als alter SimCity-Spieler bemerkte ich schnell die Genialität und Komplexität von diesem Titel. Wie komplex es wirklich gestaltet ist, merkt man aber erst wenn man sich durch die verschiedenen Datenkarten klickt. Auch Bugs habe ich zumindest bis auf Müllwagenkolonnen, die sich gegenseitig im Wege stehen und kleinere Grafikfehler kaum welche entdeckt. Gewisse Firmen beklagen sich über fehlende Mitarbeiter obwohl in der Stadt knapp 200.000 Sims leben und wir laut Statistik mehr als genügend Sims haben die wohl einfach nix tun? Ein etwas grösseres Manko, sofern man die diversen Serverunterbrüche missachtet, sind die kleinen Karten, auf denen kaum Platz herrscht um eine grosse Metropole zu bauen. Ein weiterer kleiner Negativpunkt war aus meiner Sicht das Problem der Wasserversorgung, welches bei steigender Einwohnerzahl massiv zunimmt.

Was mir zudem auch fehlt, dass man die Spielstände speichern/laden kann. Konnte man früher die gebaute Stadt per manuell ausgeführter Katastrophe langsam zerstören und danach wieder den alten Spielstand laden, so ist dies leider nicht mehr möglich. Alles in allem ist Maxis mit SimCity ein grosser Coup gelungen, der zwar noch einige Verbesserungen nötig hat, aber man wird sehen was die Patches in Zukunft bringen werden…

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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