Stiftung Warentest: WhatsApp und Alternativen – Sicherheit nur bei Threema als unkritisch eingestuft

Nachdem bekannt wurde, dass Facebook plant WhatsApp zu kaufen, brach ein grosser Wirbel in der Gesellschaft aus und bei Alternativen wie Telegram oder Threema schossen die Nutzerzahlen innerhalb von Stunden in die Höhe. In einem aktuellen Messenger-Test von Stiftung Warentest wurde lediglich die Schweizer App Threema als unkritisch eingestuft.



Von der unabhängigen Verbraucherorganisation Stiftung Warentest wurden insgesamt fünf verschiedene Messenger auf ihre Sicherheit im Umgang mit Nutzerdaten überprüft. Es wurde jeweils die iOS– sowie die Android-Version überprüft, während Threema als einziger Messenger die Note „unkritisch“ bekam, musste der beliebteste aller Messenger WhatsApp ordentlich Kritik einstecken – dieser wurde mit der Note „sehr kritisch“ versehen.

Threema verzichtet vollkommen auf übermittelte Nutzerdaten

Bei Threema wurde vor allem die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zwischen den miteinander Kommunizierenden als äusserst positiv hervorgehoben. Die Adressbucheinträge werden ausserdem in pseudonymisierter Form und nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Nutzers von den iOS- und Android-Apps gespeichert. Einziger Kritikpunkt hier war, dass Threema keine quelloffene Software ist, wodurch laut Stiftung Warentest keine komplette Analyse möglich war. Der aus der Schweiz stammende Messenger Threema gilt laut Test als sicherster unter allen getesteten SMS-Alternativen, kostet allerdings auch was. Doch mit einmaligen Kosten von 1,60 Euro für Android- und 1,79 Euro für iOS-Geräte muss man nicht allzu tief in die Tasche greifen. Weitere Plattformen, darunter auch PC und Mac, sind laut Threema bereits im Gespräch.

Daten­schutz-Testurteil: unkritisch

Threema
Threema
Entwickler: Threema GmbH
Preis: 3,49 €
Threema
Threema
Entwickler: Threema GmbH
Preis: 2,99 €

 

WhatsApp sendet alle Daten unverschlüsselt

Auch der mit über 465 Millionen Nutzern beliebteste Messenger in diesem Test ist nicht quelloffen. Stiftung Warentest kann daher nicht klar sagen, ob nicht noch weitere Daten unverschlüsselt versendet werden. Klar ist jedoch, dass WhatsApp nicht auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung setzt, was dem Anbieter ermöglicht, die gesendeten Nachrichten und Fotos mitzulesen bzw. anzusehen. Die Adressbucheinträge werden bei Android sowie iOS ohne Zustimmung des Nutzers automatisch an die WhatsApp-Server übertragen. Mittlerweile kostet auch WhatsApp etwas, so können neue Nutzer WhatsApp ein Jahr kostenlos testen, danach werden jährlich 0,99 US-Dollar fällig. Als nicht zu verachtender Vorteil bei WhatsApp ist hauptsächlich die hohe Nutzerzahl sowie die Verfügbarkeit auf sehr vielen Plattformen (Android, iOS, Windows Phone, Blackberry OS und einigen Nokia-Geräte).

Daten­schutz-Testurteil: sehr kritisch

WhatsApp Messenger
WhatsApp Messenger
Entwickler: WhatsApp Inc.
Preis: Kostenlos
WhatsApp Messenger
WhatsApp Messenger
Entwickler: WhatsApp Inc.
Preis: Kostenlos
Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. 🙁

 

Telegram schnitt trotz Verschlüsselung nur mit der Note „kritisch“ ab

Seit der WhatsApp-Krise konnte der Telegram Messenger den höchsten Nutzerzuwachs verzeichnen. Telegram besitzt zwar eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, anders als bei Threema muss die Option „Secret Chat“ aber explizit vom Nutzer ausgewählt werden. Ausserdem speichert die App ungefragt sämtliche Adressbucheinträge des Nutzers. Positiv ist jedoch, dass Telegram die einzige App ist, welche zumindest teilweise quelloffen ist, womit Stiftung Warentest bestätigen konnte, dass keine App Daten unverschlüsselt übermittelt werden. Telegram selbst wurde von zwei russischen Unternehmen gegründet, wobei die Firma selber aktuell in Deutschland steht. Die App ist für iOS und Android erhältlich und dazu noch kostenlos.

Daten­schutz-Testurteil: kritisch

Telegram Messenger
Telegram Messenger
Entwickler: Telegram LLC
Preis: Kostenlos
Telegram
Telegram
Preis: Kostenlos

 

Line und der Blackberry Messenger gelten als nicht sicher

WhatsApp, Threema und Telegram sorgten in den letzten Tagen für den meisten Gesprächsstoff, im Test waren allerdings mit Line und dem Blackberry Messenger noch zwei weitere Messenger. Beide wurden mit dem Testurteil „sehr kritisch“ abgestempelt. Der Blackberry Messenger überträgt bei der iOS-App unverschlüsselte Nutzerdaten wie Vor- und Nachname und teilt diese sogar Dritten mit. Möglicherweise werden gar Nachrichteninhalte unverschlüsselt übermittelt. Die Android-App vom BM ist noch wissbegieriger, dort werden zwar alle Daten verschlüsselt, jedoch werden Passwort, Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Heimatland, E-Mail-Adresse sowie die Sicherheitsfrage samt Antwort gesendet.

Die Android-Version des Messenger Line sendet gar die Seriennummer (IMEI) des Gerätes unverschlüsselt an Dritte weiter. Bei der iOS-Variante wird lediglich die IDFA unverschlüsselt an Dritte übermittelt. Die Weitergabe der IDFA kann man untersagen oder diese auch ändern. Bei Leuten mit einem älteren Betriebssystem als iOS 7, versendet Line zusätzlich die nicht veränderbare WLAN-Netzwerkadresse in verschlüsselter Form an den App-Anbieter.

Daten­schutz-Testurteil für den BM und Line: sehr kritisch

Quelle: Test, Threema

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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