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WhatsApp-Übernahme durch Facebook: Was bedeutet das für die Nutzer? Wird der Messenger jetzt kostenlos?

Gestern Abend ging ein lauter Knall durch das Netz, als die Nachricht verkündet wurde, dass Facebook den Instant Messenger WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar aufgekauft hat. Wir zeigen euch in diesem Beitrag, was sich ändern wird und wie es nun mit WhatsApp weiter gehen wird.

Viele erinnern sich vielleicht noch zurück an die Anfangszeiten von WhatsApp, wer hätte da gedacht, dass der Messenger einst Millionen von Leuten miteinander verbindet? Wohl niemand. Mittlerweile ist WhatsApp regelrecht zu einem grossen Unternehmen angewachsen, welches aktuell über 450 Millionen monatlich, 320 Millionen täglich aktive Nutzer besitzt. Davon zählt man alleine in Deutschland über 30 Millionen, also fast die Hälfte der gesamten Bevölkerung Deutschlands! Und nun kam Schlag auf Schlag der Deal mit Facebook zustande, bei dem der Social Media Dienst stolze 19 Milliarden US-Dollar hingeblättert hat. Damit hat Facebook nicht nur ein dickes Ausrufezeichen in Richtung Konkurrenz gesetzt, sondern gleich auch die eigene Konkurrenz einfach mal so in die Tasche gesteckt.

19 Milliarden US-Dollar? Eine Menge!

Weiter unten seht ihr eine Grafik, welche die grossen Übernahmen der letzten zwei Jahrzehnte aufzeigt. Facebook und WhatsApp übertrifft dabei alles, doch ist so ein hoher Betrag überhaupt erklärbar? Für ein WhatsApp gäbe es theoretisch fast zwei Mal Nokia oder gar 11 YouTubes. Sicherlich ein unvorstellbar hoher Betrag für viele und wenn man nun auch noch Statements liest, dass Facebook WhatsApp gar nicht erst richtig monetarisieren möchte und möglicherweise die jährliche Gebühr aufhebt, dann versteht keiner mehr so richtig die Welt. Die 19 Milliarden US-Dollar (etwa 13,81 Milliarden Euro) werden aber den Machern von WhatsApp nicht gleich bar auf die Hand gelegt. Die Summe setzt sich aus 4 Milliarden in bar und 12 Milliarden in einem Aktien-Paket zusammen. Die fehlenden 3 Milliarden werden ebenfalls als Aktien an die Mitarbeiter ausbezahlt – ein ordentlicher Batzen.

Den Kauf von WhatsApp kann man als strategisch wichtigster Einkauf innerhalb der gesamten Branche werten. Es ist wohl an keinem vorbei gegangen, dass das soziale Netzwerk in Vergangenheit immer mehr jüngere Nutzer an mobile Netzwerke verloren hat. WhatsApp scheint im Westen einen grossen Anteil daran zu haben, in Asien setzen eher Line und WeChat dem sozialen Netzwerk Facebook zu. Mit der WhatsApp-Übernahme holte sich Facebook nicht nur einige der verloren gegangenen Nutzer zurück, sondern stellt sich seinen Konkurrenten aus Asien direkt gegenüber.

Was ändert sich nun für uns Nutzer?

Kaum zu glauben, aber erst mal überhaupt nichts – so sagt man es zumindest. Noch vor nicht allzu langer Zeit wurde Jan Koum, CEO von WhatsApp gefragt, ob WhatsApp verkauft werden würde. Nein lautete damals die Antwort, womit es nun natürlich sehr schwer wird, die Aussage bezüglich Änderungen für Nutzer zu glauben. Dennoch darf man davon ausgehen, dass sich vorerst wirklich nichts ändern wird, WhatsApp bleibt weiterhin unabhängig und auch der Hauptsitz in Mountain View, Kalifornien wird sich nicht ändern. Ausserdem muss für WhatsApp auch in naher Zukunft eine Jahresgebühr hingelegt werden. Auch wer nun befürchtet, dass Facebook den Dienst durch Werbung monetarisieren will, kann aufatmen, dieses Thema ist nach wie vor Tabu. Da sich heutzutage vieles um Geld, Daten und Nutzer dreht, erkennt man schnell, wieso Facebook überhaupt an einer Übernahme interessiert war: Nutzerdaten. Ein ganz wichtiger Aspekt im heutigen Internet-Zeitalter, da Facebook erst seit Kurzem angefangen hat, seine mobile Strategie zu erweitern und zu monetarisieren.



Welche Alternativen gibt es zu WhatsApp?

Wenn man ehrlich ist, gibt es keinen Dienst, der von so einer hohen Anzahl Menschen benutzt wird. WhatsApp ist bei uns in Europa die klare Nummer 1 und wird dies vorerst auch bleiben. Auch Facebook selber besitzt einen Messenger, welcher aber eine asynchron aufgebaute Struktur aufweist und sich nicht für das direkte Antworten eignet. Dann gibt es noch iMessage von Apple, der aber ein grosses Problem hat: Dieser Dienst arbeitet nur innerhalb des Apple-Universums. Auch Skype oder Viber sind sicherlich Alternativen dazu, doch kenne ich nur wenige, welche diese Dienste auch aktiv nutzen.

Threema von Kasper Systems GmbH aus der Schweiz ist einer der Neu-Einsteiger in dieser Branche. Der Messenger verwendet modernste asymmetrische Kryptografie, um die Nachrichten zwischen den Nutzern verschlüsselt zu verschicken. Optional lässt sich bei Threema auch das Adressbuch-Matching einschalten. Aber auch hier gibt es das Problem, dass nur sehr wenige Leute diesen Dienst nutzen. Wer mit Facebook also rein gar nichts anfangen kann und zukünftig auch mit WhatsApp nichts mehr am Hut haben möchte, muss vorerst wohl wieder zur guten alten SMS zurückkehren.

Natürlich gibt es noch jede Menge weitere Alternativen, die ihr gerne in den Kommentaren erwähnen könnt.

 

Quellen: Time.com, Facebook

 

Über Marco Kraus

Marco ist einer der Mitgründer von TechnologieJunkies. Ist enthusiastisch veranlagt, wenn es um technische Dinge geht. Begeistert sich stets für Neues, ist tierlieb und hat sich das Gaming seit dem SNES-Zeitalter zum Hobby gemacht. Wohnt, arbeitet und bloggt in der schönen Schweiz im Raum Basel. Spenden für den morgendlichen Kaffee sind gerne gesehen.

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Ein Kommentar

  1. Ich vermisse GoogleTalk/Hangouts in der Aufzählung. Google+ mag (weit) hinter FB zurückstehen, aber über den Messanger erreiche ich mehr Leute als über FB (im Alltag, nicht in der Theorie).

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